Universitätsklinikum Freiburg gehört zu Europas Spitzenreitern bei medizinischen Innovationen

[FREIBURG]

Das Universitätsklinikum Freiburg zählt laut einer aktuellen Analyse des Europäischen Patentamts (EPA) zu den forschungsstärksten Krankenhäusern Europas. Mit 369 europäischen Patentanmeldungen belegt das Klinikum Platz drei in Deutschland und Platz sieben europaweit.

Die Untersuchung, die gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) erstellt wurde, zeigt, wie eng klinische Forschung und angewandte Entwicklung in Deutschland miteinander verbunden sind.

„Diese Auswertung zeigt schwarz auf weiß, dass Freiburg einer der innovativsten Medizinstandorte in Europa ist“, sagt Prof. Dr. Frederik Wenz, Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Freiburg.

„Unsere Forschung zielt immer darauf ab, die Versorgung von Patienten direkt zu verbessern – sei es durch neue Diagnoseverfahren, moderne Medizintechnik oder innovative Therapien. Dass unsere Ideen international Schutz als Patente erhalten, zeigt, dass sie auch über Freiburg hinaus Wirkung entfalten.“

Innovation aus Freiburg: Forschung, die Patienten zugutekommt

Das Universitätsklinikum Freiburg arbeitet eng mit der Stiftung Innovationsallianz Freiburg zusammen. Sie verbindet Stadt, Universität, Klinikum, regionale Wirtschaft und Wissenschaftsorganisationen und fördert gezielt den Austausch zwischen Forschung und Praxis – damit neue Erkenntnisse schneller in der Patientenversorgung ankommen.

Auch der Innovationsbeirat des Klinikums liefert wichtige Impulse. Seit 2022 begleitet er neue Projekte, erkennt Trends und unterstützt Transformationsprozesse. Mit dem Konzept „Industry on Campus“ entstehen direkte Kooperationen zwischen Wissenschaftlern und Unternehmen – etwa für digitale Gesundheitslösungen oder neue biomedizinische Verfahren.

Förderung medizinischer Start-ups

Das Universitätsklinikum Freiburg unterstützt gezielt medizinische Start-ups aus der eigenen Forschung. Ärzte und Wissenschaftler, die innovative Ideen entwickeln, werden von der Machbarkeitsprüfung bis zur Markteinführung begleitet.

So entstehen immer mehr junge Unternehmen, die medizinischen Fortschritt in konkrete Anwendungen übersetzen und gleichzeitig den Wirtschaftsstandort Freiburg stärken.

Beispiel: Neue Krebstherapie aus Freiburg

Krebsarten wie fortgeschrittener Darmkrebs stellen die Medizin weiterhin vor große Herausforderungen. Das Start-up EMUNO Therapeutics GmbH, eine Ausgründung des Universitätsklinikums Freiburg und der Universität Freiburg, arbeitet an einem neuen Wirkstoff, der das Immunsystem bei der Krebsbekämpfung unterstützen soll.

Für dieses Projekt erhielt das Unternehmen Anfang 2025 einen EIC Transition Grant in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro. Die Förderung ermöglicht die Weiterentwicklung des Wirkstoffs EMT-224, der in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Olaf Groß am Institut für Neuropathologie des Universitätsklinikums entwickelt wurde – mit Unterstützung des Exzellenzclusters CIBSS – Centre for Integrative Biological Signalling Studies der Universität Freiburg.

„Für unser Team ist die Auszeichnung ein großer Schritt“, sagt Dr. Emilia Neuwirt, CEO von EMUNO Therapeutics und Pharmazeutin in der Arbeitsgruppe von Prof. Groß.

„Unser Wirkstoff EMT-224 hat in präklinischen Studien das Potenzial gezeigt, ein wichtiger Baustein im Kampf gegen fortgeschrittenen Darmkrebs zu werden. Nun gilt es, die ersten Ergebnisse sorgfältig weiterzuentwickeln und auf eine mögliche klinische Anwendung hinzuarbeiten.“

Neuer Ansatz gegen schwer behandelbare Tumore

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten weltweit. Während moderne Immuntherapien bei manchen Krebsarten große Fortschritte gebracht haben, sprechen viele Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs nicht darauf an.

Der Grund: Ihre Tumore sind „kalt“ – sie entziehen sich der Immunabwehr. Der Freiburger Wirkstoff EMT-224 könnte helfen, diese Tumore „heiß“ zu machen, sodass das Immunsystem sie gezielt bekämpfen kann.

Im Rahmen des Projekts IMMUNOCON wird derzeit untersucht, wie sicher und wirksam EMT-224 in präklinischen Modellen ist. Ein Schwerpunkt liegt auf der Vorbereitung klinischer Prüfungen und der Herstellung des Wirkstoffs unter strengen Standards – als Grundlage für eine mögliche Marktreife.

„Diese Auszeichnung für unsere Ausgründung EMUNO Therapeutics ist ein herausragendes Beispiel dafür, welche Fortschritte durch die enge Verbindung von Spitzenforschung und unternehmerischem Engagement möglich werden“, sagt Prof. Dr. Frederik Wenz.

EIC Transition Grant: Brücke von der Forschung in die Anwendung

Der EIC Transition Grant unterstützt wissenschaftliche Ergebnisse auf dem Weg zur praktischen Anwendung. Ziel ist es, Forschungsergebnisse aus dem Labor in marktfähige Technologien zu überführen und gleichzeitig die wirtschaftlichen Grundlagen für deren Umsetzung zu schaffen.

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