Geplantes Bauvorhaben der Kinder- und Jugendpsychiatrie: FL-Stadtrat stellt Anfrage an Oberbürgermeister
Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (Freiburg Lebenswert) hat Oberbürgermeister Martin Horn am Freitag, 6. Dezember 2025, in einer Anfrage um Stellungnahme zum geplanten Neubauvorhaben der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Herdern gebeten. Anlass sind Planungen des Landes Baden-Württemberg, im sogenannten Diakonissengarten an der Hauptstraße 8 ein neues Klinikgebäude zu errichten.
Laut Winkler herrsche im Stadtteil Herdern große Verärgerung darüber, dass man von dem Vorhaben erst über die Presse erfahren habe. Der betroffene Park, so Winkler, sei seit Jahrzehnten eine wichtige grüne Oase für den Stadtteil sowie für die psychisch belasteten Kinder und Jugendlichen der bestehenden Klinik. Die Pläne zur Bebauung würden in hohem Maße die Aufenthaltsqualität im Quartier sowie die klimatische Funktion der Fläche gefährden.
In seiner Anfrage kritisiert Winkler insbesondere das Fehlen eines städtebaulichen Gesamtkonzepts für das heterogen bebaute Klinikareal in Herdern. Zudem widerspreche eine dezentrale Weiterentwicklung des Klinikstandorts den eigenen Zielen der Uniklinik, Versorgungsstrukturen zu bündeln. Der Stadtrat schlägt daher alternative Lösungen vor, etwa eine Umverteilung bestehender Kliniknutzungen zwischen den Gebäuden Hauptstraße 7 und 8 oder einen Neubau auf dem Gelände der alten Kinderklinik im Westen der Stadt.
Er fragt konkret, warum keine übergeordnete städtebauliche Planung für das Klinikareal existiere, warum Flächenversiegelung in Herdern weiterhin als „zukunftsfähig“ betrachtet werde und ob im Gebäude Hauptstraße 8 tatsächlich ungenutzte Gebäudeteile leerstehen. Abschließend bittet Winkler die Stadt um eine klare Position: ob sie bereit sei, sich für eine andere Lösung als die Bebauung des Diakonissengartens einzusetzen.
Der Bürgerverein Herdern (BVH) habe sich bereits mit einem Votum für eine zurückhaltendere Entwicklung des Klinikstandorts ausgesprochen, betont Winkler. Angesichts der Klimakrise und der fortgeschrittenen Nachverdichtung des Stadtteils sei der Schutz verbleibender Freiflächen von zentraler Bedeutung.