Landesregierung sichert Zukunft der Welcome Center

Wirtschaftsministerium investiert 7,5 Millionen in baden-württembergische Welcome Center. Auch in Freiburg freut man sich über Planungssicherheit bis Ende 2028.

[FREIBURG]

„Mit dem Landesprogramm investieren wir direkt in die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts – in die Fachkräfte, die wir dringend brauchen“, sagte Wirtschafts- und Arbeitsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. „Welcome Center sind heute zentrale Drehkreuze für die Gewinnung internationaler Fachkräfte. Sie stehen für echte Willkommenskultur und unterstützen Unternehmen wie Zugewanderte gleichermaßen“, so die Ministerin.

Das Welcome Center Südlicher Oberrhein mit Sitz in Freiburg erhält für die kommenden zwei Jahre einen Landeszuschuss in Höhe von 624.275 Euro. „Wir freuen uns sehr über die Verlängerung der Förderung bis Ende 2028“, sagt Sunay Gün, Teamleiter des Geschäftsbereichs Fachkräftesicherung der IHK Südlicher Oberrhein, und ergänzt: „Der Zuwendungsbescheid bestätigt nicht nur die Bedeutung unserer Arbeit, sondern ermöglicht uns auch, unser Team ab 2026 um eine zusätzliche 50-Prozent-Stelle zu erweitern. Damit können wir unsere Angebote weiter ausbauen und noch mehr Fachkräfte sowie Unternehmen in der Region unterstützen.“

„Mit der Verlängerung der Förderung setzen wir einen weiteren Meilenstein auf unserem Weg, den Südlichen Oberrhein als zukunftsorientierte und vielfältige Wirtschaftsregion weiterzuentwickeln. Wir sind stolz darauf, nicht nur Fachkräfte zu gewinnen, sondern auch als Ansprechpartner für Unternehmen zu wachsen, die von einer internationalen und kompetenten Arbeitskraft profitieren wollen“, so Dr. Sophie Figueredo-Hardy, die Leiterin des Welcome Centers Südlicher Oberrhein.

Seit dem Frühjahr 2023 bietet das Welcome Center Südlicher Oberrhein seine Dienste an. „Seit unserer Gründung hat die Nachfrage enorm zugenommen“, sagt Leiterin Figueredo-Hardy. Im vergangenen Jahr hat das Welcome Center insgesamt 422 internationale Fachkräfte beraten. Das entspricht einem Anstieg von 192 Prozent im Vergleich zum Gründungsjahr. Dabei hat sich das Geschlechterverhältnis angenähert. 2024 zählte die Beratungsstelle 56 Prozent Männer und 44 Prozent Frauen. Im Jahr zuvor lag der Frauenanteil noch bei 38 Prozent.

Die meisten Anfragen kommen nach wie vor aus der Ukraine (16 Prozent) und der Türkei (8 Prozent). Auf Platz drei landete Kolumbien mit 6 Prozent, noch vor Indien (5) und Marokko (4).Insgesamt erreichten das Welcome Center im vergangenen Jahr Anfragen aus mehr als achtzig Ländern. Da hilft es, dass die drei Beraterinnen in Freiburg neben Deutsch sieben Sprachen beherrschen. Die für die internationalen Fachkräfte dominierenden Themen waren Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen (25 Prozent) sowie die Anerkennung ausländischer Qualifikationen (16 Prozent).

Die meisten ausländischen Fachkräfte stammen aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe (9 Prozent), dem Baugewerbe, dem sozialen Bereich (Erziehung und Unterricht) sowie kaufmännischen Berufen (jeweils 7 Prozent). Signifikant gestiegen ist der Anteil der ausländischen Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Ausbildung – von 13 auf 20 Prozent.

Die Wirtschaftsministerin betont, dass internationale Fachkräfte für Baden-Württembergs Wettbewerbsfähigkeit und den wirtschaftlichen Erfolg eine Schlüsselrolle spielen: „Besonders in der Pflege und in technischen Berufen sind sie heute unverzichtbar. Viele Unternehmen rekrutieren daher gezielt im Ausland“, so Hoffmeister-Kraut, „die regional verankerten Welcome Center bündeln Expertise vor Ort und schaffen passgenaue Angebote für Unternehmen und internationale Fachkräfte“.

Neben der Webseite ist das Welcome Center Südlicher Oberrhein auch auf LinkedIn, Facebook und Instagram aktiv.

Die IHK Südlicher Oberrhein: Stark machen für rund 75.000 Mitglieder

Vom Kleinunternehmer bis zum Weltmarktführer – die IHK Südlicher Oberrhein vertritt die Interessen der Wirtschaft gegenüber Politik und Verwaltung. Wir beraten sowohl Startups als auch etablierte Unternehmen, Fachkräfte und solche, die es werden wollen, organisieren Prüfungen und trommeln bei Kommunen und Verwaltungen für optimale Standortbedingungen. Für den Staat übernehmen wir ausgewählte Aufgaben, informieren über neue Zoll-Richtlinien, Wachstumschancen auf ausländischen Märkten oder organisieren zahlreiche Netzwerktreffen und Veranstaltungen.

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