Rempartstraße, Azubiwerk und Klimaanpassung: Grüne setzen Schwerpunkte für 2026

[FREIBURG]

In ihrer Pressekonferenz zum Jahresauftakt hat die Gemeinderatsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Freiburg auf ein ereignisreiches Jahr zurückgeblickt und zugleich ihre politischen Vorhaben für 2026 skizziert. Themen wie der Doppelhaushalt, die Verpackungssteuer sowie der Einstieg eines Schweizer Investors in der Breisacher Straße, der nach Auffassung der Fraktion den Mieterinnen und Mietern das Leben erschwert habe, prägten die zurückliegenden Monate. Viele Stadträte und insbesondere die Landtagsabgeordnete Nadyne Saint-Cast hätten sich dabei stark eingebracht, zugleich müsse Politik künftig stärker darauf ausgerichtet sein, solche Situationen von vornherein zu verhindern, erklärte Fraktionsvorsitzende Sophie Schwer.

Für die Zukunft setzen die Grünen nach eigenen Angaben verstärkt auf Freiburger Akteure, die Verantwortung übernehmen. Genossenschaften sowie Akteure wie das Mietshäusersyndikat und lokal verankerte Unternehmen seien aus ihrer Sicht der Schlüssel zu einem fairen Umgang mit Mieterinnen und Mietern. In den kommenden Monaten wolle die Fraktion gemeinsam mit diesen Akteuren Leitlinien erarbeiten und diese in politische Beschlüsse überführen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt für die Grünen auf der gezielten Unterstützung von Auszubildenden auf dem Wohnungsmarkt, die nach Ansicht der Fraktion häufig übersehen werden. Ziel sei ein Azubiwerk, das nicht nur Wohnraum anbiete, sondern – ähnlich wie ein Studierendenwerk – auch in anderen Lebenslagen unterstütze, betonte Stadtrat Simon Sumbert. Gerade angesichts des Fachkräftemangels sei diese Unterstützung dringend notwendig.

Mit Blick auf das neue Jahr liegt der Fraktion zudem der geplante Umbau der Rempartstraße besonders am Herzen. Nach jahrzehntelangem Stillstand solle 2026 der Prozess gestartet werden, Gespräche geführt und Eckpunkte für den Umbau festgelegt werden, erklärte Sumbert. Trotz der komplexen Rahmenbedingungen eines urbanen Ökosystems, etwa durch Fernwärmeleitungen, zeigte er sich zuversichtlich, dass eine sichtbare Verbesserung für alle Verkehrsteilnehmer erreicht werden könne, insbesondere auch für Studierende.

Auch beim Klimaschutz und der Klimaanpassung soll es nach dem Willen der Grünen weiter vorangehen. Mit der Vergabe der Grundstücke im neuen Stadtteil Dietenbach startet nach Angaben der Fraktion der sogenannte Ressourcenrechner, der bei Neubauvorhaben die graue Energie reduzieren und nachhaltige Bauweisen fördern soll. Der nächste Schritt bestehe darin, das Thema graue Energie auch im Gebäudebestand anzugehen. Ziel sei es, wertvolle Bausubstanz zu schützen und dies mit bezahlbarem Wohnen zu verbinden, sagte Sophie Schwer. Noch zu oft werde in Freiburg abgerissen und teuer neu gebaut, hier könne künftig deutlich sorgsamer mit Ressourcen umgegangen werden.

Vorbereitend auf den nächsten Doppelhaushalt müsse sich die Stadt zudem intensiver mit dem Thema Klimaanpassung befassen. Zwar gebe es mit dem Grün-Oasenprogramm bereits erste Ansätze, etwa am Platz im Rieselfeld, dieses sei jedoch aus Sicht der Grünen dringend verbesserungsbedürftig. Investitionen müssten dort erfolgen, wo Maßnahmen am dringendsten benötigt würden, etwa auf asphaltierten Schulhöfen oder in überhitzten Klassenräumen. Bereits im vergangenen Doppelhaushalt seien Mittel für Klimaanpassung auf Schulhöfen eingestellt und erfolgreich umgesetzt worden. An diese Pilotprojekte wolle die Fraktion nun mit einem neuen Klimaanpassungsfonds anknüpfen.

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