„Unsere Region ist stark“: IHK-Neujahrsempfang in Freiburg

Start der Standortkampagne „Hier geht was!"

[FREIBURG]

Die Strukturprobleme des Standortes Deutschland sind unübersehbar. Für die IHK Südlicher Oberrhein besteht trotzdem kein Grund, in den Krisenblues einzustimmen. Mit ihrer neuen Standortkampagne „Hier geht was!“ will sie die Stärken einer ganzen Region sichtbar machen und für Zuversicht sorgen. Denn die Leistungsfähigkeit der Betriebe am südlichen Oberrhein ist beachtlich. Zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer und ihre Beschäftigten beweisen dies in ihrer tagtäglichen Arbeit. Einige treten nun als IHK-Standortbotschafterinnen und -botschafter in die Öffentlichkeit. Teil der IHK-Kampagne ist auch der Podcast „Boss Storys“ mit inspirierenden Erfolgsgeschichten.

Mehr als 1.300 Gäste konnten sich beim Neujahrsempfang der IHK Südlicher Oberrhein am Montagabend im Freiburger Konzerthaus über die neue Standortkampagne austauschen, aber auch zu vielen anderen Themen rund um Wirtschaft und Gesellschaft netzwerken. In seinen Grußworten konnte IHK-Präsident Eberhard Liebherr die angespannte wirtschaftliche Lage natürlich nicht ausklammern. „Deutschland, wir haben ein Problem: Den Unternehmerinnen und Unternehmern fehlt es an Vertrauen in die Zukunft dieses Landes. Wir sprechen gerne über die früheren Erfolge, es wird aber immer schwieriger, neue Erfolge zu generieren“, sagte Liebherr in seiner Situationsbeschreibung des Standorts.

Aber: „Bei allen Sorgen wäre es falsch, den Weltuntergangs-Propheten zuzuhören. Wir wollen nicht permanent auf Probleme schauen. Wir haben am südlichen Oberrhein besondere Stärken, die gerade in unsicheren Zeiten tragen: einen leistungsfähigen, tief in der Region verwurzelten und oft familiengeführten Mittelstand, der langfristig denkt und eine hohe Investitionskraft aufweist. Darunter sind viele Hidden Champions und exzellente Ausbildungsbetriebe mit einer hohen Bereitschaft, Verantwortung für Beschäftigte und die Region zu übernehmen.“ Dieser Mittelstand sei noch nie bequem gewesen, aber immer sehr belastbar.

Diese positive Botschaft soll ins Jahr 2026 transportiert werden. Liebherr: „Wir wären nicht die IHK Südlicher Oberrhein, wenn uns nicht etwas einfallen würde: die Standortkampagne ‚Hier geht was!‘“. Der Claim sei selbstbewusst gewählt. „Es geht nicht um Zweckoptimismus, sondern um die Überzeugung, dass wir hier vor Ort viel bewirken, wenn wir die richtigen Entscheidungen treffen.“

Den Auftakt dazu gab es beim Neujahrsempfang mit einer Talkrunde bestehend aus Spitzengastronomin und TV-Köchin Viktoria Fuchs vom Hotel Spielweg in Münstertal, Haufe-Geschäftsführerin Birte Hackenjos, Dr. Dorothea Helmer, die das erfolgreiche Freiburger Start-up Glassomer mitgegründet hat, und Dr. Mats Gökstorp, Vorstandsvorsitzender der Sick AG. Moderiert wurde die Runde von IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Dieter Salomon. Drei der vier Gesprächsgäste sind zugleich IHK-Standortbotschafter.

„Hat Deutschland, hat die Region noch ausreichend Innovationen?“, fragte Dieter Salomon. Mats Gökstorp beantwortete diese Frage für den Sensor-Spezialisten aus Waldkirch uneingeschränkt mit einem Ja. „Wir haben so viele Ideen und wollen diese Innovationen auch an den Markt bringen.“ Die Frage sei bloß, ob dies in Deutschland passieren werde. Sick sei ein sehr dynamisches Unternehmen, die Entwicklungsaufgaben würden über die weltweiten Standorte verteilt. Um deutsche Standorte wettbewerbsfähig zu halten, komme es auf eine „viel höhere Flexibilität“ an. „Mein einziger Wunsch an die Politik: „Lassen Sie uns einfach mehr Freiheit.“

Teil der Innovationskultur am südlichen Oberrhein ist auch die lebendige Forschungslandschaft. Aus dieser heraus hat Dorothea Helmer ihre wissenschaftliche Arbeit zu einem Unternehmen geformt. Dass die Herstellung von äußerst präzisen Gegenständen aus Glas aufgrund der energiesparenden Methodik von Glassomer Abnehmer in der Industrie finden würden, war Gründerin Helmer sofort klar. „An so eine Aufgabe muss man positiv herangehen.“ Helmer lobt die guten Standortbedingungen. „Es ist nicht schwer, Fachkräfte nach Freiburg zu locken. Und wir profitieren davon.“

Nicht nur Start-ups wie Glassomer, auch gestandene Unternehmen wie Haufe sind Innovationstreiber in der Region. Das 1934 gegründete Unternehmen hat sich von einem klassischen Verlag zum Digitalhaus gewandelt. „Wir haben schon sehr früh daran geglaubt, dass man Content digital lesen kann“, sagte Birte Hackenjos. „Das Thema Veränderung und Transformation beschäftigt uns schon seit Jahrzehnten. Wir stellen uns jeden Tag die Frage: Wie können wir Technologien so nutzen, dass sie für unsere Kunden einen Mehrwert erzeugen?“

Mit dem Mut zur Veränderung hat es auch das Traditionshaus Hotel Spielweg geschafft, über sechs Generationen für Besucher attraktiv zu bleiben. Viktoria Fuchs und ihre Schwester Kristin kamen bereits sehr früh in Führungsverantwortung und leiten ihr Unternehmen seit vier Jahren gemeinsam. Als IHK-Standortbotschafterin steht Viktoria Fuchs auch für den Wert der dualen Ausbildung. Ihr Motto: „Man muss nicht studieren, eine Ausbildung ist genauso wertvoll“, sagte die Gastronomin aus voller Überzeugung. Und sie sendete einen Appell an die Unternehmerinnen und Unternehmer: „Trauen Sie den Auszubildenden etwas zu, was die kommende Generation mitbringt, ist wertvoll.“

Über die IHK-Kampagne „Hier geht was!“

Wir geben den erfolgreichen Unternehmen im Rahmen unserer Standortkampagne ein Gesicht: Durch ihre langjährige Erfahrung und Kenntnisse in den verschiedenen Branchen der Region bringen unsere Botschafterinnen und Botschafter jede Menge Expertise mit und können aus erster Hand von den Stärken und Potenzialen des südlichen Oberrheins berichten. Ihre Erfolgsgeschichten zeigen, warum es sich lohnt, hier zu bleiben, hier zu investieren und hier zu arbeiten. Neben Akteur:innen aus der Wirtschaft zeigen bekannte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur und Sport: Hier geht was!

Botschafter sind unter anderem TV-Köchin Viktoria Fuchs vom Hotel Spielweg in Münstertal, Haufe-Geschäftsführerin Birte Hackenjos, Dr. Dorothea Helmer, Mitgründerin des Freiburger Start-ups Glassomer, oder Europa-Park-Mitgründer Roland Mack. Im Verlauf des Jahres 2026 werden weitere Standortbotschafter:innen dazukommen und die IHK-Kampagne unterstützen.

Über den IHK-Podcast „Boss Storys“

In unserem neuen Podcast Boss Storys sprechen wir mit Menschen, die die Region aktiv mitgestalten. Unternehmer:innen und Wissenschaftler , die im Hintergrund agieren, aber auch Menschen aus dem öffentlichen Leben wie Sportler:innen und Kulturschaffende. Sie alle prägen den südlichen Oberrhein auf ganz unterschiedliche Weise. Hinter ihren Erfolgsgeschichten stecken innovative Ideen und mutige Entscheidungen, die inspirieren und zeigen: Hier geht was!

In der ersten Folge spricht Europa-Park-Mitgründer Roland Mack über das Geheimnis seines Erfolges, über Familie, über Rollenspiele mit den eigenen Kindern, über die Kunst des Loslassens im Alter. Und darüber, wie es sich eigentlich anfühlt, der Boss zu sein des besten Freizeitparks der Welt. Überall, wo es Podcasts gibt. Bos Storys: Erfolgsgeschichten, die Mut machen.

Die IHK Südlicher Oberrhein: Stark machen für rund 75.000 Mitglieder

Vom Kleinunternehmer bis zum Weltmarktführer – die IHK Südlicher Oberrhein vertritt die Interessen der Wirtschaft gegenüber Politik und Verwaltung. Wir beraten sowohl Startups als auch etablierte Unternehmen, Fachkräfte und solche, die es werden wollen, organisieren Prüfungen und trommeln bei Kommunen und Verwaltungen für optimale Standortbedingungen. Für den Staat übernehmen wir ausgewählte Aufgaben, informieren über neue Zoll-Richtlinien, Wachstumschancen auf ausländischen Märkten oder organisieren zahlreiche Netzwerktreffen und Veranstaltungen.

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