Europäischer Sozialfonds Plus stärkt soziale Arbeitsmarktprojekte im Landkreis Emmendingen
Foto:Landratsamt Emmendingen
Der Europäische Sozialfonds Plus setzt auch in der zweijährigen Förderperiode 2025/2026 einen deutlichen Schwerpunkt auf Beschäftigung, Bildung und soziale Teilhabe. Im Landkreis Emmendingen werden dafür insgesamt 330.000 Euro aus Mitteln des ESF Plus eingesetzt. Der Landkreis hat sich erneut für eine zweijährige Ausschreibung entschieden, um den beteiligten Trägern eine verlässliche Planung zu ermöglichen.
Von der Förderung profitieren vier Projekte bei drei Trägern. Das Projekt „AGH Kompakt 2.0“ der 48° Süd gGmbH in Herbolzheim wird mit 110.000 Euro unterstützt. In den Kaufhäusern in Emmendingen und Herbolzheim erhalten Bürgergeldempfänger im Rahmen von Beschäftigungs- und Qualifizierungsangeboten die Möglichkeit, ihre Interessen und Fähigkeiten einzubringen. Ziel ist es, die Teilnehmenden gezielt auf ihren nächsten individuellen Schritt in Richtung Arbeitsmarkt vorzubereiten. Gleichzeitig nehmen bis zu 15 Personen an dem Projekt teil und werden passgenau begleitet.
Die Wabe gGmbH aus Waldkirch erhält für zwei Projekte jeweils 55.000 Euro. Das Angebot „Wegbegleitung“ richtet sich an langzeitarbeitslose Menschen, insbesondere an Personen mit anerkannten oder vermuteten Beeinträchtigungen oder Schwerbehinderungen. Durch individuelle Unterstützung, Beratung und Begleitung soll der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erleichtert werden. Das zweite Projekt mit dem Titel „Pepe 2.0“ unterstützt besonders benachteiligte junge Menschen dabei, ihre Persönlichkeit zu stärken und schrittweise an den Ausbildungsmarkt herangeführt zu werden.
Mit rund 110.000 Euro wird zudem das Projekt „LIKE.SO“ der in.be.we gGmbH in Emmendingen gefördert. Es richtet sich an junge Menschen unter 25 Jahren und unterstützt sie dabei, ihre persönliche Situation zu stabilisieren, berufliche Ziele zu entwickeln und ihren Bildungsweg zu gestalten. Geschäftsführer Matthias Kathan erklärt, dass seit Projektbeginn bereits rund 70 junge Menschen erreicht wurden, die durch klassische Angebote oft nicht mehr angesprochen werden oder Gefahr laufen, den Anschluss an Schule, Ausbildung und Unterstützungssysteme zu verlieren. Durch aufsuchende Arbeit, kontinuierliche Begleitung auch in Umbruchsphasen und passgenaue Unterstützung würden gemeinsam mit Netzwerkpartnern wie Schulen, Jobcenter, Landkreis und Beratungsstellen neue Bildungs- und Berufsperspektiven eröffnet.
Mit einem Fördervolumen von rund 218 Millionen Euro in Baden-Württemberg ist der Europäische Sozialfonds Plus das wichtigste Instrument der Europäischen Union zur Förderung von Beschäftigung und Bildung. Die aktuell geförderten Projekte im Landkreis Emmendingen zeigen, wie gezielt neue Chancen für Bürgergeldempfänger, benachteiligte Jugendliche, Menschen mit Behinderung und weitere Zielgruppen geschaffen werden können. Martina Jenne von der Geschäftsstelle des ESF im Landkreis Emmendingen betont, dass der ESF Plus wichtige Projekte ermögliche, die Menschen stärkend begleiten, Perspektiven eröffnen und konkrete Unterstützung auf dem Weg in Ausbildung oder Arbeit bieten.
Eine Besonderheit des ESF in Baden-Württemberg ist die regionale Ausrichtung der Förderung. In insgesamt 42 ESF-Arbeitskreisen werden vor Ort regionale Arbeitsmarktstrategien entwickelt, eigene Förderaufrufe veröffentlicht und geeignete Projekte ausgewählt sowie begleitet. Ansprechpartnerin für den Landkreis Emmendingen ist Martina Jenne von der Geschäftsstelle Europäischer Sozialfonds im Sozialamt, erreichbar unter der Telefonnummer 07641/4513012.