Freiburg stellt zirkuläre Bioökonomiestrategie „BioCirclE“ vor
Foto:Marlene Charlotte Limburg
Die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM) hat am 25. Februar 2026 erstmals eine zirkuläre urbane Bioökonomiestrategie vorgestellt. Die Strategie mit dem Titel „BioCirclE“ soll als Leitlinie für die nachhaltige wirtschaftliche Transformation des Standorts Freiburg dienen und neue Impulse für eine ressourcenschonende Wertschöpfung setzen.
Entwickelt wurde die Strategie im Rahmen des Projekts „BioCirclE“ in einem mehrmonatigen, interaktiven Prozess. Sie bietet einen systemischen und sektorenübergreifenden Orientierungsrahmen für Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. Präsentiert wurde das Konzept bei einer Netzwerkveranstaltung mit rund 60 Vertretern aus diesen Bereichen.
Mit der Strategie will die Stadt Ressourceneffizienz, Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und Innovationspotenziale gezielt miteinander verbinden. Die zirkuläre Bioökonomie wird dabei als Schlüsselbereich künftiger Wirtschaftsförderung verstanden. „Eine Wirtschaft, die auf nachwachsenden Rohstoffen statt fossilen Ressourcen basiert, also im biologischen Kreislauf gedacht wird, ist eine Chance, die wir vor Ort nutzen – für städtische Lebensqualität, wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit und wirksamen Klimaschutz“, erklärt Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit.
Auch FWTM-Geschäftsführer Jens Mohrmann sieht in dem Ansatz einen wichtigen Schritt: „Klimaneutralität gelingt nur, wenn wir Ressourcen neu denken – mit hochwertigen, zirkulären Stoffströmen und biobasierten Materialien.“
Grundlage der Strategie ist eine umfangreiche Potenzialanalyse im Stadtkreis Freiburg sowie in den Landkreisen Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald. Diese basiert unter anderem auf einer Stoffstromanalyse, einer Stakeholder-Analyse, Experteninterviews und Fokusgruppen. Die Ergebnisse wurden in einer integrierten SWOT-Analyse zusammengeführt. Beteiligt waren regionale Unternehmen, Start-ups, Forschungseinrichtungen, landwirtschaftliche Akteure und die Verwaltung.
Zu den Projekt- und Umsetzungspartnern zählen unter anderem das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart, Circular Black Forest, das Nachhaltigkeitsmanagement der Stadt Freiburg, die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg GmbH, die Initiative Green Industry Park Freiburg sowie die Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein. Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, kofinanziert durch die FWTM.
Für die Jahre 2026 bis 2028 ist eine Roadmap vorgesehen, mit der die Strategie schrittweise umgesetzt werden soll. Vorgesehen sind der Aufbau einer Governance- und Netzwerkstruktur, die Entwicklung sogenannter Solution CirclEs, die Skalierung digitaler Stoffstromplattformen sowie die Vorbereitung erster Reallabore und urbaner Symbioseprojekte.
Den Auftakt bildet im März 2026 der erste SolutionCirclE mit dem Titel „Vom Reststoff zum Stadtbaum“. Dabei wird untersucht, wie biogene Reststoffe im Stadtgebiet so aufbereitet werden können, dass daraus holz- oder pflanzenkohlebasiertes Substrat für die städtische Baumpflanzung entsteht. Ziel ist ein lokal geschlossener Kreislauf mit messbarem Nutzen für Klimaschutz und Stadtgrün.
Mit der neuen Strategie setzt die FWTM auf das Zukunftsthema Bioökonomie. Unternehmen sollen Orientierung und Unterstützung erhalten, Innovationsprozesse beschleunigt und neue Geschäftsmodelle im Bereich biobasierter und zirkulärer Wertschöpfungsketten ermöglicht werden. „BioCirclE liefert keine Strategie für die Schublade. Wir wollen Kreise ziehen – im Sinne geschlossener Kreisläufe und echter Wirkung“, betont Mohrmann.
Unternehmen, Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen, Start-ups sowie Vertreter der Verwaltung sind eingeladen, sich in den geplanten Netzwerken, Solution CirclEs und Pilotprojekten zu engagieren. Die Strategie steht online unter dem Titel „BioCirclE – Zirkuläres Wirtschaften in Freiburg“ zum Download bereit.