Unmut über Baumfällungen an der Waldseestraße

[OBERWIEHRE-WALDSEE]

In Oberwiehre-Waldsee sorgt eine größere Fällaktion des Forstamtes oberhalb der Waldseestraße für Kritik. Im Abschnitt zwischen dem Minigolfplatz am Bahnübergang und dem Deichelweiher seien, so der Eindruck vieler Anwohner, nicht nur zahlreiche großkronige Bäume entfernt, sondern auch Sträucher radikal zurückgeschnitten worden. Der beliebte, weitgehend schattige Spazierweg am Hang habe dadurch spürbar an Aufenthaltsqualität verloren und liege nun in Teilen offen in der Sonne. In einer Zeit, in der Hitzesommer und Trockenphasen zunehmen, werde genau dieser Verlust an Schatten und Kühlung als besonders problematisch empfunden.

Der Freiburger Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler hat das Thema nun in einer Anfrage an Oberbürgermeister Martin Horn herangetragen. Winkler schreibt, er habe sich die Situation vor Ort angeschaut und halte die Abholzung für überzogen. Er erinnert zudem an frühere Eingriffe rund um den Deichelweiher, bei denen bereits vor Jahrzehnten massives Unterholz entfernt worden sei, und kritisiert, dass ähnliche Konflikte immer wieder entstünden, obwohl absehbar sei, dass solche Maßnahmen Protest auslösen.

Seiner Anfrage fügte Winkler eine Mail an, die aus dem Quartier an Freiburg Lebenswert und den Nabu Freiburg gerichtet war. Darin ist von „massiven Rodungen“ entlang der Waldseestraße die Rede. Die Verfasser schildern, viele Anwohner hätten „mit großem Entsetzen und Trauer“ verfolgt, wie eine größere Zahl alter Roteichen ab dem Bereich beim Minigolfplatz in Richtung Wiehre gefällt worden sei. Als Begründung sei vom Forstamt unter anderem eine „Durchforstung“ und Wegesicherung genannt worden. In der Mail wird außerdem kritisiert, es seien nach Darstellung des Forstamtes nicht ausschließlich kranke Bäume entfernt worden, sondern auch als klimawandelresistent eingeschätzte Exemplare. Das Ergebnis wird als „verheerend“ beschrieben, in Teilen als regelrechter Kahlschlag ohne stehen gelassene junge Bäume oder Sträucher.

Besonders scharf wird in der Mail eine Aussage zurückgewiesen, die im Zusammenhang mit einem tödlichen Unfall eines Försters gefallen sein soll. Der Vorwurf lautet, das Geschehen sei im Telefonat als Argument herangezogen worden, obwohl es an anderer Stelle stattgefunden habe. Auch wird die Sorge geäußert, dass durch die Öffnung des Bestandes die verbliebenen Bäume windanfälliger werden könnten. Zugleich wird die Frage aufgeworfen, ob es bei der Maßnahme neben der Sicherheit nicht auch um eine Holznutzung gegangen sein könnte, während die Funktionen eines stadtnahen Waldes für Regeneration, Luftverbesserung und Kühlung zu wenig berücksichtigt worden seien.

Winkler bittet in seiner Anfrage um eine zeitnahe schriftliche Antwort und formuliert sieben Fragen. Er möchte unter anderem wissen, ob die Baumfällungen ausschließlich der Wegesicherung dienten, ob die Bäume geschwächt gewesen seien, und ob die Gewichtung von Sicherheitsaspekten im Verhältnis zu den Vorteilen großkroniger Bäume noch angemessen sei. Zudem fragt er, ob Roteichen gezielt entnommen worden seien, weil sie als invasiv oder ökologisch weniger wertvoll gelten könnten, und weshalb auch Sträucher „auf den Stock“ gesetzt worden seien. Ebenfalls thematisiert er gelagerte Stämme sehr großer Bäume an den Gleisanlagen beim Wiehrebahnhof und erkundigt sich nach deren Herkunft und Vermarktung.

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