Barrierefreier Ausbau an der Bissierstraße abgeschlossen
Foto:Stadt Freiburg/VAG Freiburg, Patrick Seeger
Die Haltestelle Bissierstraße sowie der Kreuzungsbereich Bissierstraße/Berliner Allee in Freiburg sind nach dem Umbau offiziell eingeweiht worden. Damit ist ein gemeinsames Projekt der Freiburger Verkehrs AG und des Garten- und Tiefbauamts abgeschlossen, das im März 2025 begonnen hatte. Unterstützt wurde es von Behindertenvertretungen, die ihre Expertise in die Planung und Umsetzung eingebracht hatten.
Bei der offiziellen Einweihung waren Oberbürgermeister Martin Horn, die VAG-Vorstände Oliver Benz und Stephan Bartosch, der Leiter des Garten- und Tiefbauamts Frank Uekermann, der Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenverbands Mischa Knebel sowie Daniela Schmid, Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderungen, dabei.
Oberbürgermeister Martin Horn unterstrich die Bedeutung des Projekts für die Stadt. „Barrierefreiheit in der öffentlichen Infrastruktur ist eine zentrale Aufgabe für gerechte Lebensbedingungen, Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe. Dadurch wird Freiburg Stück für Stück barrierefreier. Der Weg ist noch lang, aber Projekte wie dieses zeigen: Wir sind auf dem richtigen Kurs“, sagte er.
Alle Übergänge an der Kreuzung sind nun mit akustischen Signalen ausgestattet, die zwischen Straßen- und Gleisquerungen unterscheiden. Ein durchgehendes Blindenleitsystem aus Rillen- und Noppenplatten mit kontrastierenden Begleitstreifen führt die Nutzer zu den Ampelüberwegen, Haltestellen und Querungsstellen. Die Querungen wurden in zwei unterschiedlichen Höhen angelegt, damit sie sowohl für Sehbehinderte als auch für Rollstuhlfahrer geeignet sind. Gepflasterte Wege über die Bushaltestelle vervollständigen den barrierefreien Ausbau.
Frank Uekermann, Leiter des Garten- und Tiefbauamts, hob die Zusammenarbeit der Beteiligten hervor. „Die Bissierstraße zeigt, dass solche ambitionierten Projekte gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen: Stadt, Verkehrsbetriebe und vor allem die Verbände der Menschen mit Behinderungen, die ihre Expertise einbringen“, sagte er.
Auch von den Behindertenvertretungen gab es Lob. Mischa Knebel, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenverbands, bezeichnete die Umsetzung als gut durchdacht und in sich stimmig. „Das ist der Standard, den wir überall anstreben“, sagte er. Zugleich appellierte er an die Fahrgäste, darauf zu achten, dass die Leitsysteme nicht etwa durch Taschen oder E-Scooter zugestellt werden.
Daniela Schmid, Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderungen, betonte, dass Menschen mit Behinderung oft besonders auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen seien. Deshalb sei es wichtig, dass Barrierefreiheit nicht nur punktuell umgesetzt werde, sondern als Gesamtkonzept entstehe. „Bei der Bissierstraße ist genau das passiert“, sagte sie. Freiburg sei insgesamt auf einem guten Weg, auch wenn es aus Sicht der Betroffenen schneller gehen könnte. Dafür brauche es jedoch finanzielle Mittel von Bund und Land.
Die Haltestelle Bissierstraße gilt als zentraler Mobilitätsknotenpunkt der VAG. Die Mobilstation verbindet die Buslinien 10, 22 und 36 mit der Stadtbahnlinie 3. Hinzu kommen mehrere Fahrgastunterstände, eine Frelo-Station, ein Park-and-Ride-Platz mit rund 240 Stellplätzen sowie eine DHL-Packstation. Zu Heimspielen des SC Freiburg pendeln von dort zusätzliche Straßenbahnen zum Stadion. Künftig soll außerdem die Zahl der Fahrradstellplätze erweitert werden. Ein Snack- und Getränkeautomat ergänzt das Angebot für Fahrgäste und Fahrpersonal. Seit Dezember 2025 ist zudem eine Schnellladestation für die E-Busse der VAG in Betrieb, die die Busflotte mit Ökostrom versorgt.
VAG-Vorstand Oliver Benz sagte, aus einer funktionalen Bushaltestelle sei nun ein moderner und übersichtlicher Mobilitätsknotenpunkt entstanden. Das Fahrpersonal müsse nicht mehr rangieren, die Fahrgäste fänden sich besser zurecht und könnten verschiedene Mobilitätsangebote nutzen. VAG-Vorstand Stephan Bartosch ergänzte, die Bauarbeiten seien wegen parallel laufender Maßnahmen im Liniennetz und des eingerichteten Schienenersatzverkehrs unter großem Zeitdruck erfolgt und für das Team entsprechend herausfordernd gewesen. Umso erfreulicher sei es nun, ein gutes Ergebnis und zugleich Lob von vielen Seiten zu sehen.
Die Kosten für den barrierefreien Ausbau sowie den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Busse liegen bei der VAG nach eigenen Angaben bei zwei Millionen Euro. Davon werden 75 Prozent vom Land Baden-Württemberg gefördert. Die Tiefbauarbeiten und die Ampelanlage des Garten- und Tiefbauamts kosteten rund 860.000 Euro. Dafür stellt das Land rund 395.000 Euro bereit.