Freiburg startet Aktionsplan gegen geschlechtsspezifische Gewalt

Die Stadt Freiburg hat einen Aktionsplan zur Umsetzung der Istanbul-Konvention beschlossen, um geschlechtsspezifische Gewalt zu bekämpfen und Betroffene zu unterstützen.

[FREIBURG]

Um Frauen, Kinder und andere von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffene Menschen zu schützen, hat der Freiburger Gemeinderat im Februar 2025 einen Aktionsplan zur Umsetzung der Istanbul-Konvention beschlossen. Die acht entwickelten Maßnahmen sind nun angelaufen und zielen darauf ab, geschlechtsspezifische und häusliche Gewalt in der Region zu bekämpfen.

Ein zentrales Element des Plans ist das Projekt „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ in Freiburg Weingarten. Ehrenamtliche engagieren sich hier durch öffentliche Aktionen, um das Bewusstsein für häusliche Gewalt zu schärfen und Betroffenen Unterstützung zu bieten. Die monatlichen Treffen der Ehrenamtlichen haben bereits an Sichtbarkeit und Akzeptanz gewonnen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Ausbau der Jungenarbeit mit einem Schwerpunkt auf Gewaltprävention. Im Juli 2026 wird eine Kick-off-Veranstaltung für Fachkräfte stattfinden, die sich mit den Bedürfnissen von Jungen und jungen Männern beschäftigt.

Zusätzlich wurde das Präventionsprogramm „Pugs+“ eingeführt, das in Kindertageseinrichtungen zum Einsatz kommt und sich mit häuslicher Gewalt befasst. Ab Juni 2026 profitieren mehrere Einrichtungen von diesem neuen Programm.

Zur Schulung von Fachkräften wird eine Kompetenz- und Fortbildungsstelle bei der Fachstelle Intervention gegen häusliche Gewalt (FRIG) eingerichtet. Ab September 2026 startet die erste zertifizierte Weiterbildung.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit sind Fachtage und Dialogforen geplant, um den Austausch zwischen verschiedenen Akteuren zu fördern. Ein Schulaktionstag gegen Gewalt wird für den 21. Juli 2026 im Europa-Park Stadion organisiert, bei dem Schüler und Lehrkräfte Workshops zu geschlechtsspezifischer Gewalt besuchen können.

Die psychosoziale Beratungsstelle „Spurwechsel“ bietet seit Januar 2026 niederschwellige Täter*innenarbeit an, um eine Verhaltensänderung bei Tätern zu fördern und weiteren Leid zu verhindern. Zudem wird im Sommer eine kommunale Kampagne gestartet, um die Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt sichtbar zu machen.

Der Gemeinderat hat für die Umsetzung der Maßnahmen im aktuellen Doppelhaushalt Mittel bereitgestellt. Unterstützt wird das Vorhaben auch von der Mekriba Stiftung, die Projekte zur Unterstützung von Betroffenen fördert.

Die Umsetzung der Istanbul-Konvention ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Organisationen, die sich engagieren möchten, können sich mit der Koordinationsstelle Istanbul-Konvention in Verbindung setzen.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Freiburg

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