Von Kirschblüte bis Kirschwasser: Schwarzwald setzt auf Genuss rund um die Kirsche
Foto:Schwarzwald Tourismus, Jens Großkreuz
Am Westrand der Ferienregion Schwarzwald zählt die Kirsche zu den prägenden Sonderkulturen. Sie bestimmt Landschaft, Kulinarik und Brauchtum in Regionen wie dem Kaiserstuhl, dem Markgräflerland, dem Renchtal, dem Achertal und dem Durbachtal. Vom jetzigen Blütenmeer bis zur Ernte im Sommer gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Frucht zu erleben und zu genießen.
Besonders bekannt ist der Kaiserstuhl, der lange als Deutschlands größtes Süßkirschenrevier galt. Im Markgräflerland, vor allem im Eggenertal, sorgt das milde Klima zusammen mit den Lössböden für die berühmte Markgräfler Süßkirsche, die tiefschwarz, aromatisch und leicht nach Marzipan schmeckt. Auch in der Ortenau haben Kirschen eine lange Tradition. Im Renchtal, im Achertal und im Durbachtal profitieren die Obstbauern seit Jahrhunderten von der Verbindung aus milder Luft in den Tälern und frischer Brise von den Schwarzwaldhängen.
Wie eng die Frucht mit der Region verbunden ist, zeigt sich an vielen Orten. Mitten in den Obstanlagen des Kaiserstuhls liegt etwa der Kirschenhof Schmidt in Endingen-Königschaffhausen. Dort verbindet das Kirschencafé regionale Tradition mit moderner Hofkultur. Zum Angebot gehören Kuchen und Torten, eine kleine Vesperkarte, ein Hofladen mit Spezialitäten und ein Wohnmobil-Garten. Weitere Informationen gibt es unter www.kirschenhof-schmidt.de.
Ein kulinarischer Dauerbrenner bleibt die Schwarzwälder Kirschtorte, die zu den bekanntesten Botschaftern der Region gehört. In zahlreichen Cafés und Hotels im Schwarzwald wird sie serviert, teils auch in Kursen und Seminaren erklärt. Informationen dazu gibt es unter www.kulinarisch-schwarzwald.info. Auch die Eismanufakturen greifen das Thema auf. In Schallstadt setzt „Black Forest Ice Cream“ auf regionale Zutaten und eine Sorte mit Schwarzwald und Kirsche, mehr dazu unter www.blackforesticecream.de. Regional geprägt ist auch das „Kaiserstühler Landeis“, das in Königschaffhausen und Oberrotweil mit Kirschen aus der Region arbeitet. Informationen dazu stehen unter www.eismanufaktur-baden.de.
Eine weitere wichtige Rolle spielt die Verarbeitung der Früchte. In Utzenfeld kocht Faller Konfitüren seit 1913 nach alter Tradition im offenen Kupferkessel. Noch heute bezieht das Unternehmen große Mengen an Früchten aus dem Kaiserstuhl und dem Markgräflerland. Mehr dazu gibt es unter www.fallerkonfitueren.de. Im Renchtal wiederum gehört Kirschwasser seit Jahrhunderten zu den kulinarischen Aushängeschildern. Das dortige Brennrecht besteht seit 300 Jahren. Zum Jubiläum 2026 haben die Oberkircher Brenner eine gemeinsame Kirschwasser-Cuvée auf den Markt gebracht. Informationen dazu gibt es unter www.brenner-schwarzwald.info und www.heimattage2026.de.
Neben Genuss und Verarbeitung stehen auch Naturerlebnis und Bewegung im Mittelpunkt. Tausende Kirschbäume zwischen Königschaffhausen und Kiechlinsbergen bilden die Kulisse für eine Blütenwanderung rund um Endingen. Unter www.koenigschaffhausen-am-kaiserstuhl.de gibt es dazu weitere Informationen. Im Kaiserstuhl führt zudem der rund 18 Kilometer lange Kirschbaumpfad durch Streuobstwiesen und vorbei an keltischen und römischen Spuren. Informationen dazu stehen unter www.naturgarten-kaiserstuhl.de. Im Eggenertal bei Schliengen verwandelt die Kirschblüte das Tal Anfang und Mitte April in ein weißes Blütenmeer. Dort informiert das Blütentelefon unter 07631/801517 über den aktuellen Stand, weitere Hinweise gibt es unter www.eggenertal.de. Rund um Achern lässt sich die Kirschblüte auf dem 18,5 Kilometer langen Dreikirschenweg erleben, Informationen dazu gibt es unter www.achertal.de. Auch im Durbachtal spielt die Kirsche eine Hauptrolle. Ebersweier gilt dort als Kirschendorf, mehr dazu unter www.durbach.de.
Besonders gefeiert wird die Frucht in Endingen-Königschaffhausen. Dort findet von Freitag, 22. Mai, bis Montag, 25. Mai 2026, wieder das Kaiserstühler Kirschenfest statt. Neben kulinarischen Angeboten und einem Unterhaltungsprogramm gehört auch die Wahl der Kirschenkönigin und ihrer Prinzessinnen dazu. Informationen dazu gibt es unter www.kaiserstuehler-kirschenfest.de. Wer tiefer in die Geschichte des Kirschanbaus eintauchen möchte, findet im Kirschenmuseum in Endingen-Königschaffhausen zahlreiche Einblicke in Pflege, Ernte und Vermarktung. Informationen dazu gibt es unter www.endingen.de.
Wie stark die Kirsche bis heute mit der Region verbunden ist, zeigt sich damit nicht nur in Cafés, Hofläden und Destillerien, sondern auch auf Wanderwegen, bei Festen und in Museen. Der Schwarzwald macht die Frucht vom Frühjahr bis in den Sommer hinein zum Erlebnis.