Freiburg setzt ein Zeichen gegen Hass und für Vielfalt

Nach dem Angriff auf die Ramadan-Beleuchtung im Seepark bekennen sich Freiburger Gemeinden zu einem respektvollen Miteinander und verurteilen Gewalt und Hetze.

Freiburg im Breisgau hat sich erneut klar gegen Hass und Gewalt ausgesprochen. Nach der vorsätzlichen Beschädigung der ersten Ramadan-Beleuchtung im Seepark, die von Anhängern einer rechtsextremen Bewegung überhängt und deren Stromkabel durchtrennt wurden, haben sich verschiedene Religionsgemeinschaften und der Oberbürgermeister zu einem gemeinsamen Bekenntnis für Vielfalt und friedliches Miteinander zusammengeschlossen.

Oberbürgermeister Martin Horn verurteilte die Tat scharf: „Solche Aktionen zielen auf Spaltung, aber das lassen wir nicht zu.“ Freiburg sei eine Stadt der Vielfalt, in der ein Drittel der Bevölkerung einen internationalen Hintergrund habe. „Alle gehören dazu, unabhängig von Glauben und Herkunft“, betonte Horn.

Hüseyin Özbek, Vertreter von vier Freiburger Moschee-Gemeinden, ergänzte: „Wir Musliminnen und Muslime sind ein fester Teil von Freiburg. Die Ramadan-Beleuchtung steht für unseren selbstverständlichen Platz in dieser Stadt. Hass hat hier keinen Platz.“ Senay Awad vom Sozialdienst muslimischer Frauen wies auf die Ängste hin, die solche Angriffe bei vielen Musliminnen, insbesondere bei Frauen mit Fluchtgeschichte, auslösen.

Auch die jüdischen Gemeinden in Freiburg verurteilten die Beschädigung. Nikita Nikischin von der Israelitischen Gemeinde erinnerte daran, dass auch sie in der Vergangenheit immer wieder Angriffen ausgesetzt waren. „Gemeinsam liegt den Angriffen eine extremistische und intolerante Haltung zugrunde“, so Nikischin. Ein demokratisches Miteinander in Vielfalt sei daher mehr als nur ein Bekenntnis – es sei die Existenzgrundlage für alle Religionsgemeinschaften.

Die Ramadan-Beleuchtung ist als erstes Projekt des Interreligiösen Austauschs in Freiburg ins Leben gerufen worden. Oberbürgermeister Horn hatte im vergangenen November muslimische, jüdische und christliche Gemeinden zu einem Dialog ins Rathaus eingeladen. Angela Heidler, Dekanin der evangelischen Kirche, betonte: „Unser Miteinander darf durch solche bewussten Beschädigungen nicht gespalten werden.“

Horn stellte zudem fest, dass die Ramadan-Beleuchtung nicht nur den Muslimen in Freiburg gewidmet sei, sondern auch den gemeinsamen Werten von Nächstenliebe und Besinnung, die allen Religionen zugrunde liegen. „Die christliche wie die muslimische Fastenzeit dienen der Besinnung“, so Horn.

Im Rahmen des Interreligiösen Austauschs sind bereits weitere gemeinsame Projekte in Planung, darunter Besuche zwischen jüdischen und christlichen Gemeinden sowie kulturelle und soziale Aktionen mit Jugendlichen. „Demokratie zu leben bedeutet, andere Ansichten und Lebensweisen zu tolerieren“, so Nicole Elias von der Egalitären Jüdischen Chawurah Gescher Gemeinde. „In Zeiten, in denen Demokratie und friedliches Zusammenleben bedroht sind, ist es wichtiger denn je, zusammenzustehen und Toleranz zu üben.“

Die Ereignisse im Seepark zeigen, dass Freiburg sich klar gegen extremistische Tendenzen positioniert und ein respektvolles Miteinander aller Glaubensrichtungen fördert.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Freiburg

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