Monitoring der Bechsteinfledermaus im Mooswald gestartet
Im Mooswald bei Freiburg hat ein Forschungsprojekt zur Bechsteinfledermaus begonnen. Experten untersuchen die Auswirkungen des Gleis-Ausbaus auf die seltene Art.
Im Mooswald bei Freiburg hat kürzlich ein umfangreiches Forschungsprojekt zur Bechsteinfledermaus begonnen. Von April bis September 2026 untersuchen Experten des Instituts für Tierökologie und Naturbildung die seltene und streng geschützte Fledermausart. Auftraggeberin des Projekts ist die Deutsche Bahn, die gesetzlich verpflichtet ist, vor dem geplanten Ausbau des 3./4. Gleises mögliche Auswirkungen auf die Fledermäuse im FFH-Schutzgebiet „Mooswälder bei Freiburg“ zu überwachen und zu dokumentieren.
Im Fokus des Projekts stehen bis zu acht Kolonien der Bechsteinfledermaus. Die Forschenden wollen herausfinden, wo die Tiere ihre Quartiere haben, welche Teile des Waldes sie als Jagdgebiet nutzen und wie sie sich in Relation zur Autobahn A5 bewegen. Besonders interessiert die Wissenschaftler, wo und wie häufig die Fledermäuse die Autobahn queren. Die Ergebnisse sollen in die Planung und Evaluierung der Wirksamkeit von Querungsbauwerken wie Grünbrücken und Durchlässen einfließen.
Für die Untersuchungen kommen mehrere wissenschaftliche Methoden zum Einsatz. Zunächst werden Fledermäuse in Netzen gefangen und mit kleinen, leichten Radiosendern ausgestattet, die ein präzises Verfolgen ihrer Bewegungen ermöglichen. Ergänzend wird im gesamten Untersuchungsgebiet ein automatisches Telemetrienetz aufgebaut. Rund 48 Stationen registrieren die Signale der besenderten Tiere und zeichnen ihre Routen auf. Zudem werden an ausgewählten Standorten akustische Erfassungsgeräte eingesetzt, die die Ultraschallrufe der Fledermäuse aufzeichnen.
Die mit Solarpanelen ausgestatteten Telemetrie-Geräte im Wald sind mit Informationsschildern und den Kontaktdaten des Instituts versehen. Sie sind ungefährlich und erfassen ausschließlich den Flug der besenderten Fledermäuse.