Studium generale und Colloquium politicum starten mit vielseitigem Sommerprogramm
Das neue Programm von Studium generale und Colloquium politicum der Universität Freiburg ist erschienen. Im Sommersemester 2026 richten sich die Veranstaltungen erneut an alle Interessierten innerhalb und außerhalb der Universität und bieten ein breites Spektrum wissenschaftlicher, kultureller und politischer Themen.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Samstags-Uni steht das Thema „Nachbar Frankreich“. Die Vorlesungsreihe beleuchtet die deutsch-französischen Beziehungen aus unterschiedlichen kultur-, geschichts- und sozialwissenschaftlichen Blickwinkeln. Dabei geht es unter anderem um deutsch-französische Begegnungen in mündlichen Erzählungen, Weingeschichten als Kulturgeschichte, wirtschaftliche Herausforderungen Frankreichs, Tourismus, die wechselhafte Entwicklung der deutsch-französischen Freundschaft, die Provinz in Literatur und Kulturgeschichte sowie um das Ende des Macronismus. Das Studium generale organisiert die Samstags-Uni gemeinsam mit der Volkshochschule Freiburg, die im Frühjahr und Sommer ebenfalls einen Frankreich-Schwerpunkt setzt.
Darüber hinaus umfasst das Programm Vorträge, Buchvorstellungen, Seminare, Exkursionen, eine Filmpremiere und eine Soiree zu Johann Peter Hebel. Unter dem Titel „Weltliteratur aus dem Wiesental“ lädt das Studium generale am Montag, 13. Juli 2026, zu einem Abend für den alemannischen Dichter und Erzähler Johann Peter Hebel ein. Gestaltet wird die poetisch-musikalische Soiree von Friedel Scheer-Nahor, Victor Calero und Uli Führe, durch das Programm führt Werner Frick.
Bereits am Dienstag, 30. Juni 2026, feiert im Rahmen des Studium generale der Essayfilm „Der verlorene Mantel. Marlene Goldstein und die Odyssee einer Familie aus Baden und dem Elsass im Strom der Zeit“ von Michael Klant Premiere. Der Film erzählt die Geschichte von Marlene Goldstein, die 1940 als zehnjähriges Mädchen dem Lager Gurs entkam, mit ihren Eltern unter falschem Namen durch Frankreich floh und 1950 nach Freiburg zurückkehrte. Für die filmische Umsetzung griff Klant auf Fotos und Dokumente aus ihrem Nachlass zurück.
Ein wichtiger Bestandteil des Studium generale bleiben die Diskussionsveranstaltungen. In der Reihe „Bücher, über die man spricht“ werden erneut Sachbücher mit breiter gesellschaftlicher Relevanz vorgestellt und mit Fachleuten sowie dem Publikum diskutiert. Themen sind diesmal unter anderem „Schuldenwende. Der gefährliche Irrweg der Finanzpolitik“ von Wolf H. Reuter und Lars P. Feld sowie „Kapitalismus. Geschichte einer Weltrevolution“ von Sven Beckert. Hinzu kommen Exkursionen und Seminare, etwa zu Freiburger Pflastermosaiken, zur Geschichte der Universität Freiburg oder zu Maximilian Dortu, einem Teilnehmer der Badischen Revolution von 1848/49. Auch ein Seminar zu Johann Peter Hebel ist vorgesehen.
Die Einzelvorträge des Studium generale stehen unter dem Reihentitel „Faszination Wissenschaft“. Sie geben Einblicke in die Vielfalt universitärer Forschung, in diesem Semester vor allem aus den Kultur- und Gesellschaftswissenschaften. Zusätzlich gibt es mehrere Vortragsreihen in Kooperation mit verschiedenen Partnern. Dazu gehören „Über Leben im Anthropozän“, „Wissen über den Wald im Wandel“, „Improvisieren: Spontane Kreativität in Kunst und Alltag“ sowie „Phänomen Michelangelo“.
Auch das Colloquium politicum widmet sich im Sommersemester wieder aktuellen politischen und historischen Themen. Den Auftakt macht am Mittwoch, 22. April 2026, eine Buchvorstellung und Diskussion unter dem Titel „Neon/Grau! Ostdeutsche Erfahrungen, Demokratie und Popkultur“. Am Dienstag, 28. April, folgt eine Veranstaltung mit dem Journalisten und Historiker Götz Aly, der fragt: „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945“. Weitere Themen sind unter anderem Verschwörungstheorien, die Afrikagespräche, zehn Jahre Pariser Klimaabkommen, Wissenschaft zwischen Schutzbedürftigkeit und gesellschaftspolitischer Verantwortung sowie Feminismus in China.
Ergänzt wird das Colloquium politicum durch sechs Vortragsreihen, darunter „WM 2026 in Nordamerika: mehr als nur Fußball“, „Zwischen/Zeiten: 250 Jahre USA“, „Wissenschaft in gesellschaftspolitischer Verantwortung“, „Politische Theorien vermeidbaren Leids“, „Global Ruptures or New Beginnings? Southern Perspectives on World Politics“ sowie eine weitere Reihe zur Zeit des Nationalsozialismus in Freiburg und der Region.
Mit dem neuen Programm wenden sich Studium generale und Colloquium politicum erneut an ein breites Publikum und laden dazu ein, sich aus der Vielzahl der Angebote ein eigenes Sommerprogramm zusammenzustellen.