Danieltanne in Grafenhausen wird zum Nationalerbe-Baum ernannt

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Die Danieltanne in Grafenhausen wird am kommenden Freitag, 22. Mai 2026, offiziell zum Nationalerbe-Baum erklärt. Die rund 450 Jahre alte Weiß-Tanne steht im Gemeindewald von Grafenhausen im Landkreis Waldshut und gilt als die dickste Tanne im gesamten Schwarzwald.

Mit einer Höhe von etwa 45 Metern und einem Stammumfang von nahezu sechs Metern überragt die Danieltanne ihre Umgebung deutlich. Sie wächst auf rund 1000 Metern Höhe im Naturschutzgebiet Schlüchtsee und ist in einen artenreichen Bergmischwald aus Fichten, Buchen und Bergahornbäumen eingebettet. Ausgewählt wurde sie als einer von insgesamt 100 Nationalerbe-Bäumen in Deutschland.

Der Name „Danieltanne“ sowie die amtliche Erfassung ihrer Daten in einem forstlichen Steckbrief gehen auf den früheren Revierförster Hartmut Frank zurück. Er leitete das Forstrevier Grafenhausen mehr als drei Jahrzehnte lang bis zu seinem Ruhestand im September 2012. Bereits zu Beginn seiner Dienstzeit erkannte er die außergewöhnliche Dimension des Baumes und ließ ihn von der Forstdirektion Freiburg vermessen. In den 1990er-Jahren erhielt die Tanne schließlich ihren Namen „Daniel“. Gemeinsam mit einer benachbarten, etwas kleineren Tanne, die im lokalen Sprachgebrauch „Daniela“ genannt wird, bildet sie ein eindrucksvolles Naturdenkmal.

Der Name geht auf die Flur „Daniel“ zurück, in der der Baum steht. Die Herkunft dieser Bezeichnung ist unklar. Vermutlich wurde sie bereits bei frühen Landvermessungen vergeben.

Bei der Danieltanne handelt es sich um eine natürlich gewachsene Weiß-Tanne, eine typische Baumart des ursprünglichen Schwarzwalds. Die umliegenden Fichten wurden dagegen erst um die Jahrhundertwende im Zuge von Aufforstungen gepflanzt. Der markante Baum hat zahlreiche Umweltveränderungen überstanden, darunter die Immissionen der 1980er-Jahre, schwere Stürme wie „Wiebke“ und „Lothar“ sowie mehrere anhaltende Trockenperioden seit 2019. Trotz dieser Belastungen weist die Danieltanne heute eine bemerkenswerte Vitalität auf.

Mit ihrer Ernennung zum Nationalerbe-Baum wird die Danieltanne Teil einer bundesweiten Initiative, die herausragende und historisch bedeutsame Bäume schützt und würdigt. Finanziert wird die Initiative von der Eva Mayr-Stihl Stiftung. Die Auszeichnung wird vom Kuratorium Nationalerbe-Bäume der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Roloff vergeben.

Die Ehrung unterstreicht auch die ökologische Bedeutung der Weiß-Tanne im Schwarzwald. Ihr Bestand ging durch historische Holznutzung und großflächige Fichtenanpflanzungen stark zurück. Heute gewinnt sie wieder an Bedeutung, weil sie besser mit Trockenheit umgehen kann als andere Nadelbaumarten und damit als wichtige Baumart für den Wald der Zukunft gilt.

Die Danieltanne ist für Besucher gut erreichbar. Ein Spaziergang von etwa 15 bis 20 Minuten durch den Bergwald führt zu dem Naturdenkmal.

Die offizielle Ernennung zum 59. Nationalerbe-Baum Deutschlands findet am Freitag, 22. Mai, um 15 Uhr statt. Geplant sind kurze Ansprachen und ein anschließender Austausch bei Imbiss und Getränken im Garten des Heimatmuseums Hüsli in Grafenhausen. Prof. Dr. Andreas Roloff wird die Bedeutung der Auszeichnung und die Besonderheiten der Danieltanne erläutern.

Weitere Informationen gibt es unter hochschwarzwald.de/danieltanne.

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