Dies Universitatis würdigt europäische Zusammenarbeit
Foto:Universität Freiburg, Silvia Wolf
Die Universität Freiburg hat am Dienstag, 19. Mai 2026, ihren Dies Universitatis gefeiert. Der akademische Festtag stand in diesem Jahr unter dem Schwerpunkt „Internationalität als Zukunftsstrategie – Hochschulen im globalen Wandel“. Anlass war das zehnjährige Jubiläum des europäischen Verbunds für territoriale Zusammenarbeit von „Eucor – The European Campus“.
Der Festtag fand zwei Wochen vor der Vor-Ort-Begehung im Rahmen der Exzellenzbewerbung der Universität Freiburg statt. Eine Gruppe internationaler Gutachter wird sich dabei ein Bild von der Hochschule machen. „Wir befinden uns also auf der Zielgeraden in einem Wettbewerb, für den wir über Jahre und mit mehr als 200 Mitgliedern unserer Universität an unserer Vision für Spitzenforschung und strategische Erneuerungsfähigkeit gearbeitet haben – mit dem Ziel, dass unsere Universität für die Lösung gesellschaftlicher und globaler Herausforderungen eine starke europäische und international beachtete Stimme haben wird“, sagte Rektorin Prof. Dr. Kerstin Krieglstein in ihrer Ansprache.
Mit der Gründung des europäischen Verbunds für territoriale Zusammenarbeit im Jahr 2016 wurde Eucor als erster europäischer Universitätsverbund zu einer dauerhaft handlungsfähigen Rechtsstruktur mit gemeinsamer Governance, Strategie und Geschäftsstelle. „Der Eucor-Verbund gehört damit zu den Pionieren europäischer Hochschulkooperation und hat mit seinem Modellcharakter die spätere Initiative für europäische Universitätsallianzen mit inspiriert“, sagte Krieglstein. Heute sei der Verbund weit mehr als ein Projektnetzwerk. Er sei ein institutionalisierter europäischer Wissenschaftsraum, in dem grenzüberschreitend an Lösungen für Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft geforscht werde.
Gerade in Zeiten globaler Krisen zeige sich, dass internationale und europäische Wissenschaftskooperation keine Selbstverständlichkeit sei, sondern eine strategische Investition in die Zukunftsfähigkeit Europas, betonte Krieglstein. „Die Eucor-Universitäten kooperieren seit Jahrzehnten eng miteinander. Diese langjährigen Beziehungen schaffen Vertrauen, Stabilität und Kontinuität – gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheit.“
Im Rahmen des Dies Universitatis verlieh Krieglstein die Ehrensenatorenwürde der Universität Freiburg an die Eucor-Präsidentin und Rektorin der Universität Basel, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Andrea Schenker-Wicki. Gewürdigt wurde ihr seit 2021 andauerndes Engagement als Eucor-Präsidentin sowie ihre Bedeutung als enge Weggefährtin der Universität Freiburg, unter anderem als Mitglied im International Advisory Board. „Als Universität Freiburg schätzen wir uns glücklich, dass Frau Schenker-Wicki uns in strategischen Fragen rund um die Internationalisierung beratend beiseite steht“, sagte Krieglstein. Mit der Ehrung bringe die Universität zum Ausdruck, was die Zusammenarbeit seit Langem präge: gegenseitige Wertschätzung, Vertrauen und der gemeinsame Wille, die Zukunft der Universitäten im europäischen Kontext aktiv zu gestalten.
Außerdem überreichte Krieglstein die Universitätsmedaille der Universität Freiburg an Prof. Dr. Robert Zeiser. Sie würdigte damit seine Verdienste um die Universität und hob unter anderem seine Auszeichnungen mit dem Landesforschungspreis Baden-Württemberg 2026 sowie dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis 2025 hervor. Der Leibniz-Preis gilt als höchstdotierter Forschungsförderungspreis in Deutschland.
Zeisers Arbeiten zur gezielten Modulation von Immunreaktionen, etwa durch den Einsatz neuer Wirkstoffe oder durch innovative zelluläre Therapien, haben nach Angaben der Universität dazu beigetragen, Krebstherapien sicherer zu machen, Nebenwirkungen zu reduzieren und Heilungschancen nachhaltig zu verbessern.
„Für die Universität Freiburg bedeutet Herr Zeisers Forschung weit mehr als wissenschaftliche Exzellenz. Es bedeutet Sichtbarkeit, Vertrauen und Verantwortung. Herrn Zeisers Publikationen, Kooperationen und Auszeichnungen tragen dazu bei, Freiburg als einen Ort zu positionieren, an dem medizinischer Fortschritt nicht nur gedacht, sondern gemacht wird und internationale Beachtung findet“, sagte Krieglstein.
Prof. Dr. Robert Zeiser studierte Medizin in Freiburg, Tel Aviv und Tampa. Nach einem Forschungsaufenthalt an der Stanford University habilitierte er 2010, erhielt 2013 eine Heisenberg-Professur und leitet seit 2019 die Abteilung für Tumorimmunologie und Immunregulation am Universitätsklinikum Freiburg. Er ist Mitglied der Medizinischen Fakultät und des Exzellenzclusters CIBSS – Centre for Integrative Biological Signalling Studies der Universität Freiburg.