Universität Freiburg würdigt sechs Ahnen der Maka

[FREIBURG]
Vertreter der Maka aus Kamerun, Wissenschaftler der Universität Bertoua und Mitglieder der Universität Freiburg haben am Donnerstag, 16. Juli 2026, in der Universitätskirche Freiburg sechs Ahnen der Maka gewürdigt. Die ökumenische Zeremonie wurde durch traditionelle Elemente der Maka ergänzt.

Die sechs Verstorbenen werden seit der Zeit der deutschen Kolonialherrschaft in Kamerun an der Universität Freiburg verwahrt. Die zunächst geplante formelle Rückführung nach Kamerun wurde auf Wunsch der kamerunischen Regierung verschoben. Nach Angaben der Universität laufen hierzu noch Abstimmungen zwischen den zuständigen Stellen. Die Zeremonie konzentrierte sich deshalb auf die rituelle Aussegnung.

„Die Aussegnung ist ein bedeutender Meilenstein in der kritischen Aufarbeitung der kolonialen Wissenschaftssammlungen“, erklärt Rektorin Prof. Dr. Kerstin Krieglstein. Ziel müsse es bleiben, die Verstorbenen in ihre Heimat und zu ihren Herkunftsgesellschaften zurückzuführen.

Nach aktuellem Forschungsstand stammten die sechs Verstorbenen aus Gesellschaften der Maka im Osten Kameruns. Anthropologische Einschätzungen gehen bei allen sechs von einem männlichen biologischen Geschlecht aus. Ihre Namen und Lebensgeschichten sind bislang unbekannt.

Die Überführung nach Freiburg erfolgte während der deutschen Kolonialherrschaft. Wie genau die Verstorbenen in die anatomisch-anthropologischen Bestände der Universität gelangten, wird weiterhin im Rahmen gemeinsamer Provenienzforschung untersucht. In der Tradition der Maka werden sie heute als heroische Ahnen des Widerstands gegen die deutsche Kolonisierung geehrt.

Die Aussegnung ist Teil der Aufarbeitung der sogenannten Alexander-Ecker-Sammlung, die 1857 am Anatomischen Institut eingerichtet wurde. Nach Angaben der Universität enthält sie Exponate, deren Erwerb und Nutzung heute als rassistisch und menschenverachtend bewertet werden.

Seit 2025 untersuchen die Universität Freiburg und das baden-württembergische Wissenschaftsministerium im Projekt „Provenienzforschung zu kolonialen Wissenschaftssammlungen“ die Herkunft entsprechender Bestände. Ziel ist es, Rückführungen vorzubereiten und zu ermöglichen.

Wissenschaftsministerin Petra Olschowski erklärte, Baden-Württemberg übernehme mit der Aufarbeitung Verantwortung für das Unrecht der deutschen Kolonialzeit. Ahnen gehörten zurück in ihre Heimat und zu ihren Familien.

Seine Majestät Effoudou III, Chef Supérieur des Maka-Bebend-Königreiches ersten Grades der Region Atok in Kamerun, verband die Zeremonie mit der Hoffnung auf einen Neubeginn. Dieser solle eine engere wissenschaftliche Zusammenarbeit, eine stärkere Öffnung der Kolonialarchive und eine gemeinsame Geschichtsschreibung auf Grundlage gegenseitigen Respekts ermöglichen.

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