Freiburg führt innovative Live-Video-Technologie im Rettungswesen ein

Die Integrierte Leitstelle Freiburg setzt als erste in Europa die Live-Video-Technologie ein, um Notrufe effizienter zu bearbeiten und Leben zu retten.

Die Integrierte Leitstelle Freiburg hat eine neue Technologie eingeführt, die den Rettungsdienst revolutionieren soll. Ab sofort können Notrufende bei einem Notruf Live-Videoübertragungen an die Leitstelle senden, um die Situation vor Ort schneller und präziser zu erfassen.

Bereits 2020 sorgte die Integrierte Leitstelle Freiburg mit der Einführung von Advanced Mobile Location (AML) für Aufsehen, einer Technik, die die Ortung von Notrufen automatisiert. Nun folgt mit der Live-Video-Technologie der nächste Schritt zur Optimierung der Notfallhilfe. Die Anwendung wurde von Henning Schmidtpott, einem Mitarbeiter des Amts für Brand- und Katastrophenschutz, in Zusammenarbeit mit Google entwickelt.

In den USA und Mexiko wird Live-Video bereits erfolgreich genutzt. Freiburg ist die erste Stadt in Europa, die diese Technologie offiziell einsetzt. Oberbürgermeister Martin Horn betonte bei der Vorstellung der Innovation: „In Notfällen zählt jede Sekunde. Live-Video ermöglicht es den Disponenten, die Lage sofort zu beurteilen und schnell die richtigen Maßnahmen einzuleiten.“

Die neue Technik verbessert die Kommunikation zwischen der Leitstelle und den Notrufenden erheblich. Bislang war die Übertragung von Bildmaterial umständlich, da der Notrufende einen Link in einer SMS anklicken musste. Jetzt genügt eine einfache Bestätigung auf dem Smartphone, um das Video zu übertragen. Dies ist ein entscheidender Vorteil in stressigen Notfallsituationen.

ABK-Leiter Christian Emrich erläuterte, dass die Disponenten nun Bilder aus der Smartphone-Kamera der Notrufenden in ihre Entscheidungen einbeziehen können. Dies kann entscheidend sein, beispielsweise bei einem Gebäudebrand oder einem Herz-Kreislauf-Stillstand. In solchen Fällen können die Einsatzkräfte gezielt vorbereitet werden, bevor sie am Einsatzort eintreffen.

Die Live-Video-Technologie ist ab sofort auf allen Android-Geräten verfügbar, ohne dass eine spezielle App installiert werden muss. Die Einführung auf iPhones ist noch in der Planung.

Henning Schmidtpott, der seit 2011 in der Integrierten Leitstelle tätig ist, sieht in dieser Entwicklung einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Notfallversorgung. „Wir sind stolz darauf, dass Freiburg erneut eine Vorreiterrolle im Rettungswesen einnimmt“, so Schmidtpott.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Freiburg

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