Bund fördert Freiburger Verfahren für schonendere Herzpumpen-Implantation
Das Universitätsklinikum Freiburg erhält mehr als vier Millionen Euro Bundesförderung für die Weiterentwicklung eines neuen Verfahrens zur Implantation von Herzpumpen. Das Projekt mit dem Namen HeartGate soll ermöglichen, solche Systeme künftig ohne Herz-Lungen-Maschine einzusetzen und den Eingriff damit für Patienten schonender zu machen.
Weltweit leiden rund sechs Millionen Menschen an schwerer Herzschwäche. Für viele von ihnen ist ein Herzunterstützungssystem die letzte verbleibende Therapieoption. Bislang ist die Implantation jedoch mit einem großen operativen Aufwand verbunden. Wissenschaftler der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg unter Leitung von Prof. Dr. Martin Czerny haben mit HeartGate ein Verfahren entwickelt, das diesen Eingriff ohne Herz-Lungen-Maschine ermöglichen soll. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt unterstützt die Weiterentwicklung in den kommenden drei Jahren mit 4,35 Millionen Euro.
Entwickelt wurde das Verfahren in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Wolfgang Bothe, Geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie. „Unser Ziel ist es, die Implantation von Herzpumpen so zu vereinfachen, dass auch Patientinnen und Patienten behandelt werden können, für die der Eingriff bisher zu riskant war“, sagt Bothe. Geleitet wird das vom Bund geförderte Projekt von Dr. Florian Meißner und Manuela Schön.
Herzpumpen transportieren das Blut aus der linken Herzkammer in die Hauptschlagader und damit in den Körperkreislauf. Bisher erfordert ihre Implantation eine große Operation mit geöffnetem Brustkorb. Dabei kommt eine Herz-Lungen-Maschine zum Einsatz und das Herz wird für die Dauer des Eingriffs stillgelegt.
Genau hier setzt HeartGate an. Das Verfahren soll die Implantation deutlich vereinfachen und einen minimalinvasiven Zugang ermöglichen, ohne das Herz anzuhalten. Das System besteht aus einer speziellen Stanze und einer blutdichten Schleuse, die gemeinsam den Zugang zum Herzen schaffen. Der Eingriff könnte dadurch kürzer und weniger belastend werden. Vor allem für ältere oder vorerkrankte Menschen könnte sich daraus eine neue Behandlungsoption ergeben. Erste Prototypen wurden nach Angaben des Universitätsklinikums bereits erfolgreich präklinisch getestet.
„Die BMFTR-Förderung für dieses Forschungsvorhaben soll das Verfahren zur Marktreife führen, damit es unmittelbar den betroffenen Patientinnen und Patienten zugutekommen kann“, betont Czerny.
Auch der Leitende Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Freiburg, Prof. Dr. Frederik Wenz, hebt die Bedeutung des Projekts hervor. HeartGate stehe beispielhaft für patientennahe medizinische Innovationen und erfolgreiche Translation aus Freiburg. Das Verfahren habe das Potenzial, einen belastenden Eingriff deutlich zu vereinfachen. Die Bundesförderung stärke den Anspruch des Klinikums, Forschung so weiterzuentwickeln, dass sie möglichst schnell den Patienten zugutekommt.
Die Förderung ist Teil des Programms GO-Bio next, das Forschungsprojekte mit hohem Anwendungspotenzial beim Übergang in die klinische Praxis unterstützt.