Freiburg startet größtes Schulbauprojekt seiner Geschichte in Dietenbach
Der Gemeinderat soll den Baubeschluss für den neuen Schulcampus Dietenbach fassen. Die Schule für rund 1.500 Kinder und Jugendliche soll zum Schuljahr 2030/2031 öffnen.
Freiburg steht vor dem Start seines bislang größten Schulbauprojekts: Der Gemeinderat soll am morgigen Dienstag, 19. Mai 2026, den Baubeschluss für den Schulcampus Dietenbach fassen. Auf dem Gelände des neuen Stadtteils soll eine Gemeinschaftsschule für rund 1.500 Kinder und Jugendliche entstehen, die zum Schuljahr 2030/2031 den Betrieb aufnehmen soll.
Die Stadt stellte den Planungsstand am heutigen Montagbei einer Pressekonferenz vor. Dabei ging es um Zeitplan, Finanzierung, bauliche Besonderheiten, pädagogisches Konzept und die Bedeutung des Campus für den neuen Stadtteil.
Erster Bürgermeister Martin Haag bezeichnete den Schulcampus als erste und größte Hochbaumaßnahme im neuen Stadtteil. Er sprach von einer Signalwirkung für die Entwicklung Dietenbachs und verwies auf die geplante Architektur, das Freiraumkonzept und die Holzhybridbauweise. Schulbürgermeisterin Christine Buchheit betonte, die Gemeinschaftsschule sei ein zukunftsweisendes Projekt für die Bildungslandschaft der Stadt.
Der Campus soll als Gemeinschaftsschule für die Klassenstufen 1 bis 13 organisiert werden. Vorgesehen sind eine sechszügige Grundschule für etwa 600 Schüler, eine vierzügige Sekundarstufe I für rund 720 Schüler und eine zweizügige Sekundarstufe II für etwa 180 Schüler. Zum Vergleich: Freiburgs derzeit größte Schulen, die Staudinger-Gesamtschule und das Wentzinger-Gymnasium, kommen jeweils auf rund 1.200 Schüler.
Das pädagogische Konzept setzt auf offene und flexible Lernlandschaften statt auf klassische Klassenzimmer. Geplant sind Räume für Gruppenarbeit, Rückzug und Coaching sowie multifunktional nutzbare Flächen. Auch Fachbereiche wie Kunst und Musik sollen in offenen Werkstätten, Ateliers und Klangstudios organisiert werden. Nach Angaben der Stadt soll das Konzept die individuelle Entwicklung fördern, die Gemeinschaft stärken und die Selbstverantwortung der Schüler unterstützen.
Bei der Planung orientierte sich die Stadt an bestehenden Gemeinschaftsschulen, an Schulbaumessen und Veranstaltungen der Montagsstiftung sowie am Münchner Lernhauskonzept. Außerdem fand im September 2020 ein öffentliches Hearing im Bürgerhaus Seepark statt.
Ein Schwerpunkt des Projekts ist nach Angaben der Stadt die Entwicklung eines inklusiven Stadtteils. Der Schulcampus soll eine Schule für alle Kinder werden, unabhängig von Herkunft, Leistungsniveau oder Förderbedarf. Eine besondere Herausforderung sei gewesen, dass es bislang weder eine Schulgemeinschaft noch eine Schulleitung gebe. Deshalb arbeitet das Amt für Schule und Bildung mit pädagogischen Beratern zusammen, die das Vorhaben aus Praxissicht begleiten.
Zu den weiteren Besonderheiten des Projekts zählt eine norm-ungebundene Bewegungshalle. Weitere Details zur Ausgestaltung des Campus will die Stadt im weiteren Planungsverlauf vorstellen.