Angelina feiert 18. Geburtstag dank Spenderherz

[FREIBURG]

Angelina war 2008 das erste Säuglingskind in Baden-Württemberg, das eine Herztransplantation erhielt. Am Donnerstag, 21. Mai 2026, feierte sie ihren 18. Geburtstag am Universitätsklinikum Freiburg, dort, wo vor 18 Jahren ihre besondere Geschichte begann.

Kurz nach Angelinas Geburt wurde bei ihr ein großes Loch in der Herzscheidewand festgestellt. Der angeborene Herzfehler mit ausgeprägter Herzschwäche wurde rund drei Wochen nach der Geburt operativ behandelt. Die Operation verlief erfolgreich. Wenige Wochen später folgte jedoch eine weitere schwere Diagnose: Eine fortschreitende Herzmuskelerkrankung zerstörte das Herz des Säuglings von innen heraus. Die einzige Rettung war ein Spenderherz.

Innerhalb von vier Wochen wurde ein passendes Organ gefunden. Angelina erhielt als Säugling die Herztransplantation und überlebte. Heute ist sie volljährig, gesund und kann nach Angaben des Universitätsklinikums ein weitgehend normales Leben führen. Sie kommt mehrmals im Jahr zur ambulanten Untersuchung nach Freiburg und nimmt regelmäßig Medikamente ein. Ihren Schulabschluss hat sie bereits erfolgreich geschafft.

„Angelinas Geschichte bewegt uns alle. Sie ist ein lebendiges Zeichen dafür, was möglich ist, wenn Medizin und Menschlichkeit zusammenkommen. Wenn wir heute sehen, wie sie lacht und Pläne für ihre Zukunft schmiedet, dann wissen wir, warum wir all die Arbeit machen“, sagt Prof. Dr. Brigitte Stiller, Ärztliche Direktorin der Klinik für Angeborene Herzfehler und Pädiatrische Kardiologie am Universitätsklinikum Freiburg.

Zur Feier ihres 18. Geburtstags lud die Kinder- und Jugendklinik des Universitätsklinikums Freiburg zu einem besonderen Treffen ein. Neben Ärzten und Pflegekräften, die Angelina damals begleiteten, kamen rund 20 weitere junge Menschen, die als Kinder oder Jugendliche ein Spenderherz erhalten haben. Sie sind heute zwischen 16 und 30 Jahre alt.

Seit 2008 wurden am Universitätsklinikum Freiburg 104 Herzen bei Kindern transplantiert. Allein 2025 konnten sechs Kinder durch eine Herztransplantation gerettet werden. Derzeit warten nach Angaben des Klinikums allein in Freiburg 18 Kinder und Jugendliche auf ein Spenderorgan.

Eine herztransplantierte Patientin beschreibt die Bedeutung der Organspende so: „Das tollste Geschenk meines Lebens habe ich bekommen von einer Person, die ich nicht kannte, die mich nicht kannte – und doch ist es das wertvollste Geschenk, das ich je bekommen habe. Und ich bin sehr dankbar, dass die Spenderperson so eine wichtige Entscheidung getroffen hat, einen Organspendeausweis bei sich zu tragen – dieser Entscheidung verdanke ich in gewisser Weise mein Leben.“

Die Feier fand wenige Wochen vor dem Deutschen Organspendetag statt, der am Sonnabend, 6. Juni, begangen wird. Er soll dazu anregen, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen und eine bewusste Entscheidung zu treffen. Nach Angaben des Universitätsklinikums warten in Deutschland derzeit rund 8500 Menschen auf ein lebensrettendes Organ.

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