Stadt Freiburg nimmt Stellung zum Regionalen Grünzug

[FREIBURG]

Der Freiburger Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler von „Freiburg Lebenswert“ hat die Stadtverwaltung um Auskunft zum Regionalen Grünzug zwischen Freiburg und Gundelfingen gebeten. Hintergrund sind Überlegungen zu einem interkommunalen Gewerbegebiet westlich der B3 sowie zu einem möglichen Betriebshof der Freiburger Verkehrs AG im Freiburger Norden.

Winkler verweist in seiner Anfrage darauf, dass regionale Grünzüge nach seiner Darstellung dem Schutz vor weiterer Bebauung, der Freiraum- und Biotopvernetzung, dem Klimaschutz, der Erholung sowie der Verhinderung von Zersiedelung dienen. Er äußert die Sorge, dass durch mögliche Bauvorhaben zwischen Freiburg und Gundelfingen landwirtschaftliche Flächen, Wald und ökologisch wertvolle Flächen verloren gehen könnten.

Die Stadt Freiburg weist in ihrer Antwort darauf hin, dass Lage und Umfang des regionalen Grünzugs zwischen Freiburg und Gundelfingen bekannt seien. Der regionale Grünzug tangiere nach Angaben der Verwaltung weder die Flächen der Zähringer Höhe noch die städtische Planung zur Erweiterung des VAG-Betriebshofs. Eine mögliche Nutzung der landwirtschaftlichen Fläche im Bereich „Roßwinkel“ als Gewerbefläche sei derzeit äußerst ungewiss. Die Fläche liege vollständig auf Gundelfinger Gemarkung und damit unter der Planungshoheit der Nachbarkommune.

Ob ein erforderliches Zielabweichungsverfahren erfolgreich wäre, müsste nach Angaben der Stadt Freiburg mit der Gemeinde Gundelfingen und dem Verband Region Südlicher Oberrhein erörtert werden. Die Verwaltung bezeichnet ein solches Verfahren als ergebnisoffen.

Zur Frage des Klimaschutzes erklärt die Stadt, Freiburg habe das Ziel einer klimaneutralen Kommune bis 2035 formuliert. Die Strategie setze vor allem auf die Minderung von Emissionen in den Bereichen Gebäude, Verkehr und Energie sowie auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Zugleich komme dem Schutz von Natur und Landschaft eine zentrale Bedeutung zu. Eingriffe in Wald und landwirtschaftliche Flächen würden nach den forst- und naturschutzrechtlichen Vorgaben vermieden oder durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen kompensiert.

Mit Blick auf die Zähringer Höhe verweist die Stadt auf den städtischen Aktionsplan Biodiversität und verschiedene Biotopverbundplanungen. Die Flächen in Richtung Wildtal hätten ein hohes Biotopverbundpotenzial. Für Eingriffe im Zusammenhang mit dem Vorhaben „Höhe“ seien ortsnah rund drei Hektar Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt worden. Im nördlichen Teil seien Hochstamm-Obstbäume als Streuobstwiesen gepflanzt, Feldgehölze und Saumstrukturen angelegt sowie Wiesenflächen extensiviert worden. Die naturschutzfachlich wertvollsten Bereiche der vorhandenen Streuobstwiese würden erhalten, aufgewertet und gepflegt.

Zur Frage der regionalen Lebensmittelversorgung erklärt die Stadt, regionale Lebensmittel und Wertschöpfungsketten seien wichtig und würden gefördert. Eine Versorgung Freiburgs mit Lebensmitteln allein aus landwirtschaftlichen Flächen innerhalb der eigenen Gemarkungsgrenze sei im Krisenfall jedoch weder möglich noch ein politisch beschlossenes Ziel. Entscheidungen über einzelne Flächen blieben daher eine Abwägung unterschiedlicher Belange.

Auch zur Frage eines alternativen Standorts für den VAG-Betriebshof auf Parkflächen des E-Center Kohler nimmt die Stadt Stellung. Die Fläche befinde sich in Privatbesitz, Verkaufsabsichten der Eigentümerin gebe es nicht. Zudem verfolge die Stadt dort weiterhin das städtebauliche Ziel einer gemischten Quartiersentwicklung mit Wohnen, Versorgung, Gewerbe und sozialen Nutzungen. Für den geplanten Betriebshof Nord werde ein Bebauungsplan erstellt, in dem die Umweltbelange nach dem Baugesetzbuch zu berücksichtigen seien. Ein Teilbereich des Waldes solle als Verbindungsachse zwischen Mooswald und Schwarzwald sowie als Trittstein für Waldarten wie Vögel und Fledermäuse erhalten bleiben. Auch der Dorfbach und sein Gewässerrandstreifen sollen erhalten werden.

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