Otto-Borst-Preis für die Knopfhäusle-Siedlung in Freiburg

Die denkmalgerechte Sanierung der Knopfhäusle-Siedlung ist in Trier mit dem Otto-Borst-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurden Erhaltung, Modernisierung und Weiterbau im historischen Bestand.

[FREIBURG IM BREISGAU]

Die Knopfhäusle-Siedlung in Freiburg ist mit dem Otto-Borst-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Die Ehrung in der Kategorie „Quartier“ erhielt das Projekt bei der internationalen Städtetagung des Vereins „Forum Stadt – Netzwerk historischer Städte“ in Trier.

Den Preis vergibt das Netzwerk historischer Städte alle zwei Jahre für Leistungen in der Stadterneuerung. In diesem Jahr wurden der Freiburger Stadtbau Verbund und die Stadt Freiburg ausgezeichnet. Insgesamt waren 17 Beiträge in mehreren Kategorien für den Preis nominiert.

Erster Bürgermeister Martin Haag sprach von einer gelungenen Arbeit im Detail. Die Auszeichnung sei eine Anerkennung für alle, die mit fachlicher Expertise, Kreativität, Pragmatismus und Begeisterung an der Sanierung mitgewirkt hätten, sagte Haag. Besonders freue er sich für die Mieterinnen und Mieter, die in der Siedlung wohnen.

Seit 2020 saniert die Freiburger Stadtbau die Knopfhäusle-Siedlung denkmalgerecht. Ziel ist es, die historische Arbeitersiedlung an heutige Anforderungen anzupassen und zugleich ihren ursprünglichen Charakter zu bewahren. Nach Angaben der Stadt hat sich dadurch auch der Wohnkomfort deutlich verbessert, während ein Stück Freiburger Bau- und Sozialgeschichte erhalten blieb.

Magdalena Szablewska, technische Geschäftsführerin der Freiburger Stadtbau, betonte, dass der denkmalgeschützte Ensemblecharakter konsequent im Mittelpunkt der Sanierung gestanden habe. Das Projekt zeige, dass Denkmalschutz, Baukultur und sozialer Wohnungsbau dauerhaft miteinander vereinbar seien.

Matthias Müller, kaufmännischer Geschäftsführer der Freiburger Stadtbau, verwies auf die finanzielle Unterstützung durch die Städtebauförderung. Ohne Mittel aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“ von Bund, Land und Stadt sowie KfW-Förderung wäre ein Projekt dieser Größenordnung nicht möglich gewesen. Diese Grundlage ermögliche es, historische Gebäude zu modernisieren und zugleich faire Mieten zu sichern.

Vor Beginn der Arbeiten hatten Bauhistoriker die Gebäude untersucht und ein Erhaltungskonzept entwickelt. Auch die Mieter waren an dem Prozess beteiligt. Bei der Sanierung spielten sowohl die Bedürfnisse der Bewohner als auch der Denkmalschutz eine zentrale Rolle.

Die Knopfhäusle-Siedlung gilt als erste badische Arbeitersiedlung. Sie wurde zwischen 1869 und 1886 für die damals an der Kartäuserstraße ansässige Knopffabrik errichtet. Zu den Reihenhäusern in der heutigen Oberwiehre gehörten Gärten sowie Sonderbauten wie Meisterhäuser, Mädchenwohnheim, Kleinkindbewahranstalt und ein Verwaltungsgebäude. Nachdem die Produktion in Freiburg aufgegeben worden war, verkaufte die Firma Risler das Areal an die Stadt. Seit 2013 gehören die Gebäude der Freiburger Stadtimmobilien, die zum Stadtbau Verbund gehören.

Weitere Informationen stellt die Stadt unter www.freiburg.de/knopfhaeusle und www.wohneninfreiburg.de/bauensanieren/sanierungsprojekte/knopfhaeusle-siedlung bereit.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Freiburg im Breisgau

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