Afghanistan-Konferenz an der Pädagogischen Hochschule Freiburg
Die Pädagogische Hochschule Freiburg lädt für Freitag, 10. Juli 2026, und Sonnabend, 11. Juli, zur 6. Afghanistan-Konferenz ein. Die Veranstaltung findet sowohl online als auch vor Ort statt und steht unter dem Thema der globalen Solidarität mit Menschen in Afghanistan und der afghanischen Diaspora.
Im Mittelpunkt steht die Situation in Afghanistan, die die Veranstalter als menschliche Tragödie beschreiben, deren Folgen weit über die Grenzen des Landes hinausreichen. Um die Bevölkerung innerhalb und außerhalb Afghanistans zu unterstützen, brauche es ein fundiertes Verständnis ihrer Herausforderungen sowie globale Solidarität.
Fast fünf Jahre nach dem Zusammenbruch der vorherigen afghanischen Regierung und der erneuten Machtübernahme der Taliban am 15. August 2021 sei das Leben vieler Menschen im Land zu einem Kampf ums Überleben geworden. Genannt werden zunehmende Armut, weit verbreitete Arbeitslosigkeit und eine systematische Diskriminierungskampagne. Besonders afghanischen Frauen werde selbst das grundlegende Recht auf ein normales Leben verwehrt.
Die Konferenz richtet den Blick zugleich auf die afghanische Diaspora. In den vergangenen Jahren seien Tausende Menschen gezwungen gewesen, Afghanistan zu verlassen. Einige Teile der Diaspora seien inzwischen zu einer wichtigen Ressource für ihr Herkunftsland geworden und bildeten eine Brücke zwischen Afghanistan und Akteuren sowie Organisationen, die die Bevölkerung im Land unterstützen. Dazu zählen nach Angaben der Hochschule Online-Schulungsprogramme ebenso wie Basisinitiativen.
Zur Konferenz wurden Experten, Aktivisten und politische Entscheidungsträger eingeladen, um die aktuellen Herausforderungen von Afghanen innerhalb und außerhalb des Landes auf Grundlage von Forschung und präziser Analyse zu diskutieren. Die Veranstaltung soll Gelegenheit bieten, mit Forschern und Aktivisten ins Gespräch zu kommen, die die Lage vor Ort kennen. Außerdem sollen internationale Organisationen und die afghanische Diaspora besser vernetzt werden, um klarere Einblicke und eine effektivere Zusammenarbeit zu ermöglichen.
In Vorträgen und Workshops sprechen unter anderem Sima Samar, international renommierte afghanische Ärztin, Menschenrechtlerin und ehemalige Politikerin, Somaiya Meer, Englisch-Dozentin und Doktorandin an der Viadrina, Adrian Ackermann, Geschäftsleiter der Afghanistanhilfe in Schaffhausen in der Schweiz, Manja Stephan, Professorin für Transregionale Zentralasienwissenschaften mit Schwerpunkt Islam und Migration an der Humboldt-Universität zu Berlin, Baqer Zaki, Politiksoziologe und ehemaliger stellvertretender Direktor für Politik im Büro des Präsidenten von Afghanistan, sowie Shaharzad Akbar, Geschäftsführerin von Rawadari und ehemalige Vorsitzende der Unabhängigen Menschenrechtskommission Afghanistans.
Das Programm für den 10. und 11. Juli ist unter www.ph-freiburg.de zu finden.