Flussreisebranche entdeckt das Zwei-Breisacher-Land

[BREISACH]

Breisach und Neuf-Brisach standen von Montag, 8. Juni 2026, bis Mittwoch, 10. Juni, im Mittelpunkt der europäischen Flusskreuzfahrtbranche. Die Vereinigung River Cruise Europe hatte die Region als Austragungsort für die zweite Ausgabe ihrer internationalen Konferenz ausgewählt. Die erste Konferenz hatte 2025 in Marseille stattgefunden.

Mehr als 70 Fachleute aus der Flusskreuzfahrtbranche nahmen an dem jährlichen Treffen teil. Darunter waren Vertreter von Schifffahrtsgesellschaften, Reiseveranstalter, Incoming-Agenturen und Dienstleister. Auf dem Programm der drei Tage standen Arbeitssitzungen, Besichtigungen, Fachexkursionen und Abendveranstaltungen.

Die Auftaktveranstaltung fand am Montag, 8. Juni, in Breisach statt. Am Nachmittag standen Führungen über den Münsterberg, durch das Blaue Haus und durch die Kellergewölbe von Geldermann auf dem Programm. Anschließend empfing die Stadt Breisach am Rhein die Konferenzteilnehmer in den Räumen der Geldermann Privatsektkellerei. Bürgermeister Oliver Rein begrüßte die Gäste sowie Repräsentanten aus Breisach und der Region. Bei Sekt und Fingerfood von Kläsles Gastronomie bestand die Möglichkeit zum ersten Austausch.

Der zweite Tag war Fachexkursionen gewidmet. Bei der Programmplanung hatten die Tourismusbüros von Breisach und Neuf-Brisach Wert darauf gelegt, den Teilnehmern Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in den beiden Städten sowie in der näheren Umgebung vorzustellen. Unterstützt wurden die Organisatoren von zahlreichen Partnern, Firmen, Vereinigungen und Agenturen aus der Region beiderseits des Rheins.

Die Teilnehmer konnten zwischen drei Exkursionen wählen. Eine Tour führte nach Breisach, an den Kaiserstuhl und zum Tuniberg. Dazu gehörten eine Stippvisite mit Espresso in Sasbach-Jechtingen, eine Stadtführung in Endingen, eine Kostprobe von Rum aus der Partnerstadt Torvar, der Besuch des Käserei-Museums, eine Führung und Mittagsvesper im Pilzhof Rein sowie eine Traktorfahrt über den Tuniberg beim Ferienhof Walter.

Eine zweite Tour war als deutsch-französische Radtour entlang der EuroVelo 15 angelegt. Sie führte nach Vogtsburg-Burkheim mit Besuch des Korkenzieher-Museums, zu einer Weinprobe bei den Sasbacher Winzern, zum Mittagessen nach Marckolsheim und zur Führung durch die Festung von Neuf-Brisach. Die dritte Tour stellte Neuf-Brisach und die Elsässer Weinstraße in den Mittelpunkt. Auf dem Programm standen eine Führung durch die Festung von Neuf-Brisach, das Vauban-Museum und das MAUSA Museum, ein Mittagessen, eine Fahrt über die Elsässer Weinstraße mit Stadtführung in Eguisheim sowie eine Weinprobe in Kaysersberg-Kientzheim.

Am Abend kamen die Konferenzteilnehmer und Repräsentanten von beiden Seiten des Rheins auf der Rheininsel zusammen. Dort konnten sie Art’Rhena, das grenzüberschreitende Kulturzentrum, besichtigen und anschließend einen Abend auf dem neuen Vorplatz am Rheinufer verbringen. In diesem Rahmen wurden die Anlegestellen für Flusskreuzfahrtschiffe offiziell eingeweiht. Sie wurden mit finanzieller Unterstützung mehrerer Partner sowie mit operativer und technischer Unterstützung von VNF und AGIS realisiert. Der Car Sharing Verein Breisach bot einen Shuttle-Service zwischen Breisach und der Rheininsel an.

Am Mittwoch, 10. Juni, fand im Hotel Stadt Breisach die offizielle Mitgliederversammlung von River Cruise Europe statt. Anschließend diskutierten die Teilnehmer in Workshops aktuelle Themen der Branche. Dazu gehörte insbesondere die Zusammenarbeit zwischen Reedereien und Reiseveranstaltern mit den Akteuren an Land. Gemeint sind nicht nur Hafenbetreiber und Städte, sondern auch Agenturen, Busunternehmen, Lieferanten, weitere Dienstleister und die Einwohner in den Destinationen. Erste konkrete Aktionen wurden bereits besprochen und sollen nun in drei regionalen Gruppen weiterbearbeitet werden.

In der Pause stand das Oldtimer-Infomobil des Naturgarten Kaiserstuhl vor dem Tagungsort bereit. Dort konnten sich die Besucher mit Informationsmaterial eindecken und Weine des Weinguts Freiherr von Gleichenstein probieren. Außerdem stellte sich die Firma Velo de Ville vor, bei der Reedereien und andere Unternehmen gebrandete Fahrräder herstellen lassen können.

Die Konferenz war der erste Meilenstein eines neuen grenzüberschreitenden Projekts der Stadt Breisach am Rhein mit dem Gemeindeverband Alsace Rhin Brisach und den jeweiligen Tourismusbüros. Ziel des Projekts ist es, die Region Breisach und Neuf-Brisach als gemeinsame Flussreise-Destination zu entwickeln. Dafür wurden Fördergelder des Kleinprojektefonds EURHENA ACT beantragt, der vom Eurodistrict Eurhena Region Freiburg – Centre et Sud Alsace verwaltet wird. Beim Empfang der Stadt Breisach am 8. Juni überbrachten Vertreterinnen von Eurhena die Zusage, dass das Projekt in den Fonds aufgenommen wurde.

Nach der erfolgreichen Konferenz sollen bis Ende 2026 weitere Maßnahmen umgesetzt werden. Damit soll der Bekanntheitsgrad der Destination auf internationaler Ebene erhöht werden. Zugleich sollen möglichst viele Unternehmen und Akteure aus der näheren Umgebung als Dienstleister oder Lieferanten einbezogen werden, um die Wertschöpfung in der Region zu stärken.

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