Sechs Ahnen der Maka kehren nach Kamerun zurück

[FREIBURG]

Die Universität Freiburg bereitet die Rückgabe von sechs namentlich unbekannten Ahnen der Maka nach Kamerun vor. Am Donnerstag, 16. Juli 2026, werden sie in einem ökumenischen Gottesdienst an traditionelle Autoritäten der Maka und eine Delegation der Republik Kamerun übergeben.

Der Gottesdienst beginnt um 11 Uhr in der Universitätskirche Freiburg, Bertoldstraße 17. Einlass ist ab 10:30 Uhr. Im Mittelpunkt steht die feierliche Übergabe der sechs Ahnen, die anschließend von der Delegation nach Kamerun gebracht werden. Die traditionellen Autoritäten der Maka und die Universität Freiburg laden gemeinsam zu der ökumenischen Feier ein.

Zur Delegation gehören Vertreter der Maka und der Republik Kamerun sowie Wissenschaftler der Universität Bertoua. Auch die Rektorin der Universität Freiburg, Prof. Dr. Kerstin Krieglstein, und weitere Rektoratsmitglieder nehmen an der Zeremonie teil.

Medienvertreter werden gebeten, sich bis Dienstag, 14. Juli, 17 Uhr, per Mail an kommunikation@zv.uni-freiburg.de anzumelden. Foto-, Film- und Tonaufnahmen sind nur nach vorheriger Abstimmung möglich. Persönliche Momente der Trauer sowie die Ahnen selbst dürfen nicht fotografiert oder gefilmt werden. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es im Garten des nahegelegenen Historischen Peterhofs die Gelegenheit zu Gesprächen mit Mitgliedern der Delegation, den traditionellen Autoritäten, der Rektorin und weiteren Rektoratsmitgliedern.

Koloniale Herkunft wird weiter erforscht

Nach heutigem Forschungsstand stammen die sechs Verstorbenen aus den Gesellschaften der Maka im Osten Kameruns. Anthropologische Einschätzungen sprechen bei allen sechs Individuen für ein männliches biologisches Geschlecht. Ihre Namen, Lebensgeschichten und genauen Todesumstände sind bislang nicht bekannt.

Die Überführung der Verstorbenen nach Freiburg fällt in die Zeit der militärischen Kolonisierung Kameruns durch das Deutsche Kaiserreich. Diese koloniale Ära war geprägt von bewaffneten Expeditionen, Zwangsarbeit, Zwangsprostitution, Steuerforderungen, Gefangennahmen und Hinrichtungen. Wie genau die Verstorbenen in die Freiburger Sammlung kamen, wird weiterhin durch Provenienzforschung beider Länder untersucht. In der Erinnerung der Maka werden die sechs Verstorbenen als heroische Ahnen aus der Zeit des Widerstands gegen das Deutsche Reich geehrt.

Die Rückgabe ist Teil der kritischen Aufarbeitung kolonialer Wissenschaftssammlungen an der Universität Freiburg. Die sogenannte Alexander-Ecker-Sammlung, in der sich die Ahnen bisher befanden, wurde 1857 am Anatomischen Institut der Universität Freiburg eingerichtet. Sie enthält menschliche Schädel, Skelette und Abgüsse aus anthropologischen und kolonialen Kontexten. In der kolonialen Anthropologie wurden solche Sammlungen für Forschungen genutzt, die heute als rassistisch und menschenverachtend gelten.

„Mit der Restitution der sechs Ahnen an die Maka Communities aus Kamerun übernehmen wir Verantwortung für das Unrecht der deutschen Kolonialzeit“, sagt Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Für Baden-Württemberg sei klar, dass die Ahnen heutiger Familien und Communities zurück in ihre Heimat gehörten. Sie seien ohne Zustimmung ihrer Angehörigen oder mit Gewalt aus den ehemaligen Kolonialgebieten entwendet worden.

Seit 2025 untersucht das Projekt „Provenienzforschung zu kolonialen Wissenschaftssammlungen“ die Herkunft der an der Universität Freiburg verwahrten Personen aus kolonialen Kontexten. Ziel ist es, die Geschichte der Sammlung aufzuarbeiten, Herkunftsgesellschaften einzubeziehen und Rückführungen zu ermöglichen. Das Projekt ist am Prorektorat für Universitätskultur angesiedelt und wird gemeinsam von der Universität Freiburg und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg getragen.

„Der Universität Freiburg ist es schon lange ein großes Anliegen, den Weg frei zu machen, sodass die Ahnen wieder in ihre Heimat und zu ihren Herkunftsgesellschaften zurückkehren können und nun endlich würdige und ehrenvolle Bestattungen in der Heimat erhalten“, sagt Rektorin Kerstin Krieglstein.

Die Veranstaltungssprache ist Französisch, teilweise Deutsch. Weitere Informationen gibt es unter www.uni-freiburg.de/restitution.

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