Stadtarchiv stellt neuen Band über die Reform des Franziskanerkonvents St. Martin vor
Das Stadtarchiv stellt am 17. Juli 2026 ein Buch über die Reform des Franziskanerkonvents St. Martin vor. Die Veranstaltung findet im Musiksaal von St. Martin statt.
Das Freiburger Stadtarchiv lädt für Freitag, 17. Juli 2026, um 18 Uhr zur Vorstellung des neuen Bands seiner Schriftenreihe „Reformatio und Memoria“ ein. Die Veranstaltung mit anschließendem Stehempfang findet im Musiksaal von St. Martin am Rathausplatz 3 statt. Der Zugang erfolgt über den Kreuzgang.
Im Mittelpunkt des Bands steht die Reform des Franziskanerkonvents St. Martin im Jahr 1515. Am 6. August jenes Jahres wurde das Kloster von 27 auswärtigen Ordensbrüdern, geistlichen Würdenträgern und städtischen Amtsträgern besetzt. Die dreizehn Priester und neun Novizen des Konvents mussten sich entscheiden, ob sie sich der Reform anschließen oder das Kloster verlassen wollten.
Damit erreichte der langjährige Konflikt zwischen den traditionellen Konventualen und den Observanten einen Höhepunkt. Die Observanten erhoben den Anspruch, das Ideal des Ordensgründers und dessen Regeln ursprünglicher zu verwirklichen. Mit der Reform endete nicht nur die Präsenz der Konventualen in St. Martin, sondern auch ein Teil ihrer schriftlichen Erinnerungskultur.
Das sogenannte Anniversar, ein auf Pergament geführtes Jahrzeitbuch mit den Namen von Wohltätern und den Terminen jährlicher Fürbitten, wurde ausradiert und in den folgenden hundert Jahren mit neuen Einträgen überschrieben. Mithilfe von UV-Licht konnten zahlreiche getilgte Namen früherer Gönner und Stifter wieder sichtbar gemacht werden.
Der Historiker Herbert Kraume legt mit dem neuen Band eine kommentierte Ausgabe des Franziskaneranniversars vor. Kraume war Gymnasiallehrer für Geschichte und veröffentlichte mehrere Werke zur Frömmigkeitsgeschichte des Spätmittelalters sowie zur Revolution von 1848/49. Die Laudatio hält Clemens Joos, Leiter des Kreisarchivs des Schwarzwald-Baar-Kreises.