Hochschwarzwald arbeitet an gemeinsamer Zukunftsstrategie
Foto:Hochschwarzwald Tourismus GmbH
Mit Zukunftsworkshops in 20 Gemeinden hat der Hochschwarzwald einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einer gemeinsamen Zukunftsstrategie gemacht. Im Mittelpunkt der sogenannten „Großen Reise“, die vom 13. bis 17. April 2026 stattfand, stand die Frage, wie sich der Hochschwarzwald als Lebens- und Tourismusregion zukunftsfähig weiterentwickeln kann. Nach Angaben der Hochschwarzwald Tourismus GmbH zeigte sich dabei, dass die Bürger in der Region Veränderungen grundsätzlich offen gegenüberstehen und konkrete Ideen für ihre Orte entwickeln wollen.
Der Zukunftsprozess Hochschwarzwald war Ende 2025 von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH angestoßen worden. Ziel ist es, das Profil der einzelnen Gemeinden zu schärfen und daraus Perspektiven für deren weitere Entwicklung abzuleiten. Gleichzeitig soll eine langfristig tragfähige Strategie entstehen, die den Hochschwarzwald insgesamt als attraktives Reiseziel und lebenswerte Region stärkt. Gefördert wird das Projekt über das LEADER-Programm der Europäischen Union.
Den Auftakt bildeten Beteiligungsformate wie eine Umfrage und eine digitale Ideenkarte, auf der Verbesserungsvorschläge für die Lebensqualität vor Ort gesammelt wurden. Inzwischen ist das Projekt in einer Phase angekommen, in der konkrete Veränderungskonzepte für die 21 Mitgliedskommunen der Hochschwarzwald Tourismus GmbH entwickelt werden. Während der „Großen Reise“ führten drei Teams in den einzelnen Gemeinden Workshops mit jeweils 15 bis 20 Teilnehmern durch. Beteiligt waren Vertreter aus Politik und Verwaltung ebenso wie weitere Akteure und engagierte Bürger.
Begleitet wurden die Workshops von dem Büro nonconform, das auf Ortsentwicklung und Prozessbegleitung spezialisiert ist. Zunächst hielten die Teilnehmer fest, was sie an ihrem Ort besonders, schön oder lebenswert finden. Anschließend folgte eine konzentrierte Begehung des Ortskerns oder einzelner Ortsteile. Zum Schluss wurden in Kleingruppen konkrete Verbesserungsvorschläge und erste Ansätze für Impulsprojekte erarbeitet und vorgestellt.
Dabei zeigten sich mehrere Themen, die in vielen Gemeinden eine Rolle spielen. Dazu gehören nach Angaben der Organisatoren ein gutes Leben im Alltag, ein Mehrwert für Einheimische, eine authentische Erlebnisqualität für Gäste sowie eine langfristige und nachhaltige Wirkung von Maßnahmen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig es ist, die jeweiligen Besonderheiten und Stärken der einzelnen Orte weiterzuentwickeln.
Als mögliche gemeinsame Ansätze wurden unter anderem die Belebung der Ortsmitten, Veränderungen in den Verkehrsstrukturen und bei Parkflächen sowie neue Nutzungskonzepte für leerstehende Gebäude genannt. In vielen Orten entstand der Eindruck, dass nicht immer große Investitionen nötig seien, sondern oft schon Pflege, Aufmerksamkeit und Ideenreichtum genügten, um Plätze und Räume aufzuwerten.
Auch in Titisee-Neustadt wurde der Workshop positiv bewertet. Bürgermeister Dr. Gerrit Reeker dankte den Teilnehmern im Anschluss für den konstruktiven Austausch. Die vorgetragenen Ideen seien keine Luftschlösser, sondern Vorschläge, mit denen sich konkret weiterarbeiten lasse.
Im nächsten Schritt werden die Ergebnisse der Zukunftsworkshops von nonconform gemeinsam mit der Hochschwarzwald Tourismus GmbH ausgewertet und in einen regionalen Zusammenhang gestellt. Im Juli sollen dann die Gemeinderäte aller 21 Kommunen noch einmal zu einer gemeinsamen Werkstatt zusammenkommen. Bis zur geplanten Abschlusspräsentation im Oktober 2026 soll jede beteiligte Gemeinde ihre zentralen Qualitäten klarer benennen können und ihr Zukunftsverständnis geschärft haben. Rund ein Jahr nach dem Projektstart sollen schließlich konkrete Projekte umgesetzt sein und eine „Zukunftsstrategie Hochschwarzwald“ vorliegen.