Freiburger Studie prüft kürzere Behandlung nach Stent-Eingriff
Foto:Universitätsklinikum Freiburg, Britt Schilling
Am Universitätsklinikum Freiburg wird eine bundesweite Studie vorbereitet, die prüfen soll, ob sich die medikamentöse Behandlung nach einer Stent-Implantation bei Patienten mit Vorhofflimmern deutlich verkürzen lässt. Ziel ist es, schwere Blutungen zu verringern, ohne die Sicherheit der Betroffenen zu beeinträchtigen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Vorhaben mit vier Millionen Euro.
Patienten mit Vorhofflimmern haben ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel und Schlaganfälle. Wenn sie zusätzlich wegen verengter Herzkranzgefäße einen Stent erhalten, benötigen sie nach dem Eingriff Medikamente, die sowohl vor Blutgerinnseln als auch vor einem Verschluss des Stents schützen. Diese Behandlung erhöht jedoch zugleich das Risiko für schwere Blutungen. In der nun geplanten SATURN-Studie wird deshalb untersucht, ob das blutungshemmende Medikament Clopidogrel bereits 30 Tage nach der Stent-Implantation abgesetzt werden kann, statt wie bisher meist erst nach sechs Monaten.
Studienleiter Prof. Dr. Christoph B. Olivier, Oberarzt an der Klinik für Kardiologie und Angiologie des Universitätsklinikums Freiburg, erklärt, dass es bei der derzeitigen Behandlung bei jedem siebten Patienten zu Blutungskomplikationen komme. Mit der Studie solle geklärt werden, ob eine geringere Medikamentenzahl für viele Betroffene ebenso sicher sei und zugleich belastende Nebenwirkungen vermeiden könne.
Auch der Ärztliche Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie, Prof. Dr. Dirk Westermann, hebt die Bedeutung des Vorhabens hervor. Die Studie greife eine hochrelevante Frage aus der Versorgung von Patienten auf, nämlich wie sich Komplikationen wirksam verhindern und gleichzeitig Blutungen vermeiden lassen. Solche Untersuchungen seien wichtig, um Behandlungen weiter zu verbessern und stärker an den Bedürfnissen der Betroffenen auszurichten.
Ein Herz-Stent ist eine kleine Gefäßstütze, die meist aus Metall besteht und verengte oder verschlossene Herzkranzgefäße offenhalten soll. Die Studie will nun zeigen, ob die Behandlung nach einem solchen Eingriff für bestimmte Patienten vereinfacht und sicherer gestaltet werden kann. Dabei soll nicht nur auf medizinische Risiken geschaut werden. Gemeinsam mit der Deutschen Herzstiftung wurden auch Fragen berücksichtigt, die den Alltag der Betroffenen betreffen, darunter die Lebensqualität und die Sorge vor Blutungen.
An der SATURN-Studie sollen mehr als 1500 Patienten in 30 spezialisierten Zentren in Deutschland teilnehmen. Der Start ist für Ende dieses Jahres vorgesehen, erste Ergebnisse werden für 2029 erwartet.