Robotisches Operieren zum Ausprobieren im Konzerthaus Freiburg
Das Universitätsklinikum Freiburg lädt am Sonnabend, 18. Juli 2026, zu einer Informationsveranstaltung rund um das robotisch-assistierte Operieren ein. Von 11 bis 13 Uhr können Interessierte im Konzerthaus Freiburg, Konrad-Adenauer-Platz 1, einen modernen OP-Roboter aus nächster Nähe erleben und selbst steuern. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Das Angebot richtet sich insbesondere an Menschen, denen möglicherweise ein solcher Eingriff bevorsteht, sowie an alle Interessierten. Ab 11:30 Uhr stehen Kurzvorträge zu Prostata-, Leber- und Brustkrebs auf dem Programm. Zudem gibt es die Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen mit Experten aus den Bereichen Urologie, Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie Frauenheilkunde.
Ein Schwerpunkt der Veranstaltung ist die Vorstellung eines neuartigen Systems, bei dem nur eine kleine Hautöffnung erforderlich ist. „Wir wollen den Menschen mit unserer Aktion die Möglichkeit bieten, sich ganz einfach über das Thema Robotisches Operieren zu informieren, zum Beispiel vor oder nach ihrem Stadtbummel“, sagt Prof. Dr. Christian Gratzke, Ärztlicher Direktor der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Freiburg. Angelehnt ist die Aktion an das Format „Orgelmusik zur Marktzeit“ im Freiburger Münster.
5.000ste robotisch assistierte Operation durchgeführt
Das Universitätsklinikum Freiburg zählt nach eigenen Angaben zu den größten universitären Zentren für robotisches Operieren in Deutschland. Erst im Mai wurde dort die 5.000ste robotisch assistierte Operation durchgeführt.
„Unsere Stärke ist, dass wir viele medizinische Fachbereiche haben, die das robotische Operieren in den letzten Jahren intensiv genutzt und weiterentwickelt haben“, erklärt Gratzke, der auch Sprecher des Zentrums Robotisches Operieren am Universitätsklinikum Freiburg ist.
Robotisch-assistierte Verfahren kommen unter anderem bei Prostatakrebs, komplexen Eingriffen im Bauchraum sowie bei gynäkologischen Operationen zum Einsatz. Die Systeme ermöglichen sehr präzises Arbeiten, gelten jedoch zugleich als hochkomplex.
„Die Systeme sind sehr präzise, aber hochkomplex. Ich freue mich, dass wir sie am Universitätsklinikum mit sehr viel Erfahrung und guten Ergebnissen einsetzen können“, so Gratzke. Von der hohen Qualität der Arbeit profitierten die Patienten direkt. Der Blutverlust während der Operation sei gering, die Genesung verlaufe in den meisten Fällen schnell und komplikationsarm.
Neues System mit nur einer kleinen Hautöffnung
Die Da-Vinci-Operationssysteme verfügen über ein steuerbares Videosystem, das hochauflösende 3D-Aufnahmen mit bis zu zehnfacher Vergrößerung liefert. Seit Anfang 2025 setzt das Universitätsklinikum Freiburg nach eigenen Angaben erstmals in Baden-Württemberg und als eines von bundesweit wenigen Zentren ein neues sogenanntes Single-Port-System ein.
Dabei sind alle Instrumente in einem etwa zwei Zentimeter schmalen Schlauch verpackt. Dadurch wird ein Zugang über nur eine Öffnung der Haut möglich. Zugleich können hochpräzise Operationen auf kleinstem Raum durchgeführt werden. Je nach Bedarf werden weiterhin auch mehrarmige Operationssysteme eingesetzt.
Gesteuert werden Kamera und Operationsarme von Chirurgen an einer speziell entwickelten Bedienkonsole. Dort werden die Bewegungen der Finger auf die Roboterarme übertragen.