Anwohner fordern Spielstraße im Aumattenweg – Stadt verweist auf Verfahren und Wartezeit
Im Aumattenweg in Freiburg-Littenweiler wünschen sich viele Anwohner eine Spielstraße, um die Sicherheit für Kinder, ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität zu erhöhen. Wie Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler (Freiburg Lebenswert) in einer Anfrage an Oberbürgermeister Martin Horn schildert, sei der Wunsch in der Nachbarschaft auf breite Zustimmung gestoßen. Mehr als 90 Prozent der Anwohner hätten eine entsprechende Unterschriftenliste unterzeichnet.
In ihrem Schreiben betonen die Anwohner, dass der Aumattenweg eine ruhige Anliegerstraße ohne Durchgangsverkehr sei, in der inzwischen rund 40 bis 50 Kinder leben. Immer wieder komme es jedoch zu gefährlichen Situationen, da an beiden Enden der Straße zu schnell gefahren werde. Eine Spielstraße, so die Initiatoren, würde hier „viel mehr Sicherheit“ schaffen.
Dr. Winkler schloss sich dem Anliegen an und bat die Stadtverwaltung um eine zeitnahe und unbürokratische Prüfung. Die Antwort aus dem Verkehrsdezernat fiel jedoch zurückhaltend aus.
Verkehrsdezernent Prof. Dr. Martin Haag erklärte, dass eine direkte Umwidmung zur Spielstraße nicht möglich sei. Der Aumattenweg sei baulich mit getrennten Gehwegen ausgestattet und erfülle daher nicht die Voraussetzungen für einen sogenannten „niveaugleichen Ausbau“, wie er für eine Spielstraße nach Verkehrszeichen 325 („blaues Schild mit spielendem Kind“) erforderlich sei.
Freiburg verfüge über ein standardisiertes Verkehrsberuhigungskonzept, das ein festgelegtes Verfahren vorsehe. Demnach müsse zunächst ein formeller Antrag beim Garten- und Tiefbauamt (GuT) gestellt werden, dem eine Unterschriftenliste beiliegt. Anschließend prüfe die Verwaltung, ob die Straße grundsätzlich geeignet sei, und lege bei positiver Bewertung eine Planung vor, die allen Haushalten zur Abstimmung zugesandt wird. Erst wenn die Mehrheit der Anwohner zustimmt, könne das Vorhaben umgesetzt werden.
Allerdings gebe es derzeit einen Rückstau von Anträgen. Aufgrund der hohen Auslastung habe das GuT in den vergangenen Monaten keine neuen Anträge mehr angenommen. Nach aktueller Einschätzung könne jedoch Anfang des kommenden Jahres wieder mit einer zeitnahen Bearbeitung gerechnet werden.
Wie Breiter weiter mitteilte, sei inzwischen ein Antrag mit der entsprechenden Unterschriftenliste aus dem Aumattenweg bei der Verwaltung eingegangen. Dessen Prüfung und mögliche Planung sei für das Frühjahr 2026 vorgesehen.
Damit ist klar: Eine Spielstraße im Aumattenweg ist zwar möglich – aber nicht sofort. Bis zur endgültigen Entscheidung müssen sich die Anwohner noch einige Monate gedulden.