Martin Gräßlin verabschiedet sich nach fast 35 Jahren in den Ruhestand
Foto:Landratsamt Emmendingen
Mit den Worten „Eine Legende verlässt das Gelände“ eröffnete Jürgen Boschert, Amtsleiter Landwirtschaft, die Laudatio auf Martin Gräßlin, der nach fast 35 Jahren beim Landwirtschaftsamt des Landkreises Emmendingen in den Ruhestand tritt. Am Freitag, 30. Januar 2026, wurde Gräßlin im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Hochburg feierlich verabschiedet.
Der berufliche Weg von Martin Gräßlin war von vielen Stationen geprägt. Nach Tätigkeiten im Einzelhandel, im Versicherungswesen und bei der Bundeswehr fand er im Jahr 1986 durch seine Eheschließung zur Landwirtschaft. Nach erfolgreicher Prüfung erhielt er 1990 den Gehilfenbrief Landwirt und arbeitete im Betrieb seiner Schwiegereltern mit, den er zwei Jahre später übernahm. Bereits 1991 begann seine Tätigkeit als Landwirt in der Staatsdomäne Hochburg. Mit großem Engagement entwickelte er sich dort zum Berater für Wasserschutzgebiete weiter und erwarb 1997 den Meisterbrief Landwirt.
Innerhalb des Landwirtschaftsamtes übernahm Gräßlin im Laufe der Jahre zahlreiche Aufgaben. Im Jahr 2000 wurde er fest im damaligen Amt für Landwirtschaft, Landschafts- und Bodenkultur Emmendingen-Hochburg angestellt. Ab 2004 betreute er unter anderem die Arbeitskreise Mutterkuh- und Milchviehhaltung, war für die Grünlandberatung sowie für das Fachrecht der Düngeverordnung zuständig und unterrichtete im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Hochburg in den Bereichen Rindviehhaltung, Klauenpflege und Grünlandbewirtschaftung. Zudem organisierte er regelmäßig Lehrlingstreffen und war Mitglied im Prüfungsausschuss für die Gehilfenprüfung Landwirt. Nach der Verwaltungsstrukturreform wechselte er 2005 zum Landratsamt Emmendingen und zog 2008 mit seinem Amt in das Haus am Festplatz um. Auch als Wildschadensschätzer war er über Jahre hinweg tätig.
Während seiner Laufbahn arbeitete Martin Gräßlin mit vier Amtsleitern zusammen. Ende Januar erreichte er nun das gesetzlich festgelegte Alter für die Regelaltersrente. Dem Landwirtschaftsamt wird er jedoch noch für einige Monate in Teilzeit erhalten bleiben, um laufende Klassen, die ihm besonders am Herzen liegen, bis zu deren Abschluss zu begleiten.
Dezernent und Amtsleiter Forst Dr. Martin Schreiner würdigte Gräßlin als einen der letzten „Amtshochburger“ und als echtes Urgestein der landwirtschaftlichen Beratung. Besonders die Öffentlichkeitsarbeit und die Repräsentation des Landwirtschaftsamtes seien ihm stets ein wichtiges Anliegen gewesen. So engagierte er sich unter anderem im Projekt „Gläserne Produktion“ und vermittelte auch im Rahmen von Fernsehbeiträgen, etwa zu „25 Jahre Sturm Lothar“, komplexe Sachverhalte verständlich und authentisch.
Jürgen Boschert, der in den vergangenen zweieinhalb Jahren Gräßlins Vorgesetzter war, bezeichnete ihn als zielstrebigen, engagierten und kollegialen Mitarbeiter, der sich stets für die Belange der Landwirtschaft, der Landwirtinnen und Landwirte, der Fachschule sowie der Schülerinnen und Schüler eingesetzt habe. Mit den Worten aus Hermann Hesses Gedicht „Stufen“ – „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – wünschte er Martin Gräßlin alles Gute für den neuen Lebensabschnitt.