Genuss-Gipfel im Schwarzwald: Wanderhütten und Berggasthöfe als Ziele für Ausflüge
Foto:Ferienregion Münstertal Staufen, Thomas Coch
Hütten und Berggasthöfe abseits der Ortschaften gehören für viele Naturliebhaber zu den besonderen Zielen im Schwarzwald. Sie verbinden Landschaft, Gastlichkeit und die Atmosphäre einer Wanderhütte oder Wanderwirtschaft im Grünen. Die Schwarzwald Tourismus GmbH stellt dazu Wandertipps mit Einkehrmöglichkeiten sowie Angebote vor, die auch weniger mobilen Menschen ein Hüttenerlebnis ermöglichen. Eine Übersicht der Hütten im Schwarzwald gibt es online, weitere Informationen und Tipps zum Wandern unter www.wandern-schwarzwald.info.
Zu den Tourenvorschlägen gehört die Wanderung vom Belchen ins Münstertal zur Kälbelescheuer. Die Talstation des Belchens, der mit 1414 Metern zu den markanten Aussichtsbergen des Schwarzwaldes zählt, ist Ausgangspunkt der knapp 22 Kilometer langen Wanderung. Sie führt über den Belchen hinab ins Münstertal. Unterwegs prägen einsame Schwarzwaldhöfe inmitten von Wiesen und Weiden das Bild. Als Einkehrmöglichkeit bietet sich der Almgasthof Kälbelescheuer mit Gasträumen und geschützter Aussichtsterrasse an. Montags ist Ruhetag. Serviert werden unter anderem Schnitzel, Wurst- und Kartoffelsalat sowie Speck- und Bergkäseplatten. Dazu gibt es Ausblicke auf den Belchen, das Markgräflerland, das Oberrheintal und bis zu den Vogesen. Weitere Informationen gibt es unter www.muenstertal-staufen.de.
Im Dreisamtal führt die 15 Kilometer lange „Höfener Hütten-Wanderung“ von Kirchzarten zur Höfener Hütte bei Buchenbach. Die Hütte liegt auf 1000 Metern Höhe in Alleinlage und bietet Ausblicke über das Dreisamtal. Hüttenwirt Markus Schroth bietet zünftiges Vesper, hausgemachte Knödelgerichte und wechselnde süße Speisen an. Montags ist Ruhetag. Die Tour führt zunächst zur Kienzlerschmiede, einer durch den Osterbach angetriebenen Hammerschmiede aus dem 18. Jahrhundert, danach zum Hofgut Bickenreute und weiter zur Höfener Hütte. Anschließend verläuft die Strecke zur Giersbergkapelle. Im ehemaligen Mesnerhaus befindet sich heute eine Pilgergaststätte mit Biergarten. Von dort reicht der Blick über Freiburg bis zu den Vogesen und zur Pilgerkapelle Maria Lindenberg bei St. Peter. Weitere Berghütten im Dreisamtal sind die Hinterwaldkopfhütte, die Rappenecker Hütte, die Stollenbacher Hütte, die Haldenköpfle Hütte und die Erlenbacher Hütte. Weitere Informationen gibt es unter www.hoefener-huette.de.
Von Oberried im Dreisamtal führt eine Straße ins Zastlertal. Ausgangs- und Endpunkt einer knapp sieben Kilometer langen Bergwanderung hinauf zum Gipfel „Toter Mann“ ist die Stollenbacher Hütte am Ende der Straße. Die Wirtschaft in einem großen Schwarzwaldhaus mit Außenterrasse liegt auf fast 1100 Metern Höhe und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Montags und dienstags ist Ruhetag. Wer übernachten möchte, kann freitags bis sonntags zwischen zehn Betten im Schlafsaal und drei Doppelzimmern wählen. Die Wanderung auf den 1321 Meter hohen Gipfel führt mit vergleichsweise wenigen Höhenmetern durch Weiden und Wälder mit Ausblicken auf das Dreisamtal und die umliegenden Berge. Nach knapp zwei Stunden kehrt man zur Hütte zurück. Dort gibt es Schwarzwälder Küche mit Steak vom Weiderind, Badisch Dreierlei, Flammkuchen und selbstgemachtem Eis. Für Familien bietet sich alternativ eine Wanderung auf dem Weidelehrpfad um die Stollenbacher und Erlenbacher Bergweiden an. Weitere Informationen gibt es unter www.stollenbacherhuette.de.
Auf dem Feldbergsteig wird nach dem Start am Haus der Natur zunächst der Seebuck mit dem Bismarckdenkmal erklommen. Danach führt die Strecke vorbei am Feldbergturm über den Grüblesattel hinauf zum Gipfel des Feldbergs auf 1493 Metern Höhe. Von dort beginnt der Abstieg auf schmalen Pfaden, Holzbohlen und Brücken durch wilden Wald bis zum Feldsee. Vom Seeufer folgt der letzte Anstieg zurück zum Ausgangspunkt. Der 12,4 Kilometer lange Feldbergsteig gehört zu den mehr als 50 Schwarzwälder Genießerpfaden. Unterwegs lädt die St. Wilhelmer Hütte auf 1423 Metern Höhe als höchstgelegene Almhütte Baden-Württembergs zur Einkehr ein. Dienstags und mittwochs ist Ruhetag. Weitere Einkehrmöglichkeiten auf der Tour sind die Zastler Hütte, die Baldenweger Hütte und der 300 Jahre alte Raimartihof. Empfehlenswert ist vor der Tour ein Besuch im Haus der Natur, das das Naturschutzgebiet Feldberg mit interaktiven Stationen vorstellt. Weitere Informationen gibt es unter www.sankt-wilhelmerhuette.de.
Der Kandel im ZweiTälerLand ist mit 1241 Metern der höchste Berg im mittleren Schwarzwald. Die sieben Kilometer lange Kandel-Tour, der Josef-Seger-Weg, startet an der Bergwelt Kandel und führt rund um den Gipfel. Im Mai werden rund 100 Stück weibliches Jungvieh der Gummenweide-Genossenschaft auf die Hochweiden des Kandelmassivs getrieben, im Spätherbst ziehen die Kühe beim Almabtrieb wieder ins Tal. Herder Andy Beha ist mit seiner Familie zugleich „Fensterliwirt“. Am Fenster der Gummenhütte gibt es selbstgebackene Kuchen, Speckbrot, Käsebrot, Wurstsalat mit Kräutern von der Bergwiese, Weine und Schnäpse aus dem Glottertal, Bier und Gummendudler. Dienstags und mittwochs ist Ruhetag. Bei nassen Außenbänken bleibt das Fenster geschlossen. Von der Alm reicht der Blick auf den Feldberg, die Vogesen und im Herbst oft bis in die Alpen. Die Bauernstube mit Kachelofen bietet bis zu 20 Gästen Platz. Für Übernachtungsgäste gibt es zwei Zimmer, ein Gemeinschaftsbad und eine kleine Küchenecke. Weitere Informationen gibt es unter www.gummenhuette.de.
Zwischen Muggenbrunn, Todtnau, Utzenfeld und Wieden liegt die Kuppe des Knöpflesbrunnen. Knapp darunter befindet sich das gleichnamige Almgasthaus auf 1100 Metern Höhe. Von dort geht der Blick ins Wiesental und bei gutem Wetter bis zu den Gipfeln von Eiger, Mönch und Jungfrau in den Alpen. Terrasse, Gastraum, Almküche und selbstgemachte Kuchen laden zur Einkehr ein. Montags bis mittwochs ist Ruhetag. Das Almgasthaus ist von verschiedenen Ausgangspunkten zu Fuß und mit dem Rad erreichbar. Eine elf Kilometer lange Rundwanderung bietet sich ab Muggenbrunn an. Fünf neu renovierte Zimmer ermöglichen auch eine Übernachtung. Weitere Informationen gibt es unter www.knoepflesbrunnen.de.
Der zwölf Kilometer lange Schwarzwälder Genießerpfad „Der Teinacher“ startet in Bad Teinach. Namensgeber ist das Flüsschen Teinach und das bekannte Mineralwasser aus Bad Teinach. Die Rundwanderung führt durch Natur und bietet Ausblicke im nördlichen Schwarzwald. Trittsicherheit und Kondition sind auf den Mathildenstaffeln gefragt, die über 600 Stufen auf die Hochfläche führen. Auf verschlungenen Pfaden geht es durch den Wald hinab zur Wolfsschlucht und wieder hinauf zur Schlossberghütte. Die 2015 eröffnete Einkehrmöglichkeit gehört zum Hotel Therme Bad Teinach und wurde im Blockhausstil mit Weißtannenstämmen aus dem heimischen Stadtwald gebaut. Auf der Karte stehen schwäbische Gerichte, darunter Hütten-Vesper, vegetarische Speisen, geschmelzte Maultaschen und Linsen mit Spätzle. Weiter führt die Tour nach Zavelstein, dem ehemals kleinsten Städtchen Deutschlands. Von der Burgruine aus öffnet sich ein Panoramablick auf die waldreiche Landschaft. Weitere Informationen gibt es unter www.hotel-therme-teinach.de.
In Freudenstadt startet der Premiumweg „Tannenriesen“, eine knapp neun Kilometer lange Rundtour im Nordschwarzwald. Die Route führt in die Nähe der „Großvatertanne“, die als mächtigste Tanne des Schwarzwaldes gilt. Sie ist rund 47 Meter hoch, hat einen Stammumfang von 5,30 Metern und ist etwa 300 Jahre alt. In ihrer Nähe stehen weitere Tannenriesen. Etappenziel für das kulinarische Wohl ist die Berghütte Lauterbad, die zum Wellness-Hotel Lauterbad gehört. Auf der Speisekarte von Steffen Schillinger stehen neu interpretierte Hüttengerichte und der „FritzBurger“ aus Hirschfleisch der Region. Zur Erfrischung werden unter anderem Berghütten-Eistee und Berghütten-Bier angeboten. Die Hütte ist bis Ende Oktober täglich geöffnet und kann abends exklusiv gemietet werden. Weitere Informationen gibt es unter www.berghuette-lauterbad.de.
Am Seibelseckle an der Schwarzwaldhochstraße beginnt der knapp sieben Kilometer lange Genießerpfad „Mummelsee-Hornisgrindepfad“. Die Rundtour führt über einen Waldpfad auf die Hornisgrinde, den mit 1164 Metern höchsten Gipfel des Nordschwarzwalds. Die Hochmoor- und Grindenfläche des Hochplateaus wird auf einem Holzbohlenweg durchquert. Direkt neben dem Hornisgrindeturm befindet sich die 2018 eröffnete Grinde-Hütte, die von Familie Zepf geführt wird. Das moderne Gebäude mit heimischem Holz und Schindelfassade bietet Panoramafenster mit Blick auf den Schwarzwald. Montags ist Ruhetag. Zu Füßen der Hütte liegt der Mummelsee, an dem vorbei der Weg zurück zum Ausgangspunkt führt. Weitere Informationen gibt es unter www.grindehuette.de.
Das Höhengebiet Kaltenbronn zählt zu den beliebten Ausflugszielen im Nordschwarzwald. In dem von Bannwald umgebenen Hochmoorgebiet führen Holzbohlenwege durch das Hohloh- und Wildseemoor. Auf ausgeschilderten Wegen lohnt eine Wanderung zur Grünhütte bei Bad Wildbad. Montags und dienstags ist Ruhetag. Die knapp 14 Kilometer lange Tour startet am Infozentrum in Kaltenbronn, führt vorbei am Rotwildgehege zum „Dobler Blick“ und weiter zur Weißensteinhütte, bevor die Grünhütte erreicht wird. Nach der Einkehr geht es auf dem gleichen Weg zurück. Bekannt ist die Grünhütte unter anderem für ihre Heidelbeer-Pfannkuchen. Weitere Informationen gibt es unter www.gruenhuette.de.
Im Nationalpark Schwarzwald bietet sich vom Nationalparkzentrum am Ruhestein aus eine knapp neun Kilometer lange Rundwanderung auf stillen Wald- und Panoramawegen zum Wildsee an. Vom Ruhestein führt der Weg durch den Bannwald und zeigt, wie die unberührten Waldflächen der Region einst ausgesehen haben könnten. Als Einkehr empfiehlt sich die Darmstädter Hütte auf 1030 Metern Höhe. Sie feiert 2026 ihr 100-jähriges Bestehen. Montags und dienstags ist Ruhetag. Die Hütte ist nur zu Fuß erreichbar, liegt am Westweg und ist vom Naturschutzgebiet Wilder See umgeben. Die Gastronomie bietet Hüttenessen mit regionalen Zutaten und selbstgebackenem Heidelbeerkuchen. Für Übernachtungen stehen Doppel- und Dreibettzimmer sowie Mehrbettzimmer und Lager mit insgesamt 45 Schlafplätzen zur Verfügung. Von der Hütte führt der Weg mit Ausblicken auf die Wälder zurück zum Ruhestein. Weitere Informationen gibt es unter www.darmstaedter-huette.de.
Im mittleren Schwarzwald ist bei der 13 Kilometer langen „Wanderung zum Martinsteinhiesli“ die Einkehr das Ziel. Die Tour auf dem Höhenrücken zwischen Durbach und Gengenbach startet kurz hinter Durbach auf dem Brandeck-Parkplatz. Das Martinsteinhiesli liegt am Hang, besitzt einen großen Biergarten mit Aussicht ins Mittelbachtal und bietet in der Gaststube Schwarzwälder Ambiente. Auf der Karte stehen badische Weine, Schwarzwaldküche, Vesperplatten mit Speck, Wurst und Holzofenbrot aus eigener Produktion, Apfelmost, Schnäpse und Wildgerichte aus dem eigenen Wildgehege. Montags und dienstags ist Ruhetag. Kinder können den Spielplatz nutzen, bevor es zurück zum Ausgangspunkt geht. Weitere Informationen gibt es unter www.martinsteinhiesli.de.
Anspruchsvoll ist der Qualitätsweg „Lauterbacher Wandersteig“, der in Schramberg startet. Auf 34 Kilometern summieren sich die An- und Abstiege auf gut 1350 Höhenmeter. Die Route führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit Buntsandstein-Formationen, Weiden, Schwarzwaldhöfen und kleinen Hofkapellen. Höchster Punkt der Tour ist der Mooswaldkopf mit 879 Metern. Dort ist im Gedächtnishaus Fohrenbühl der Gasthof „Turmhütte“ eine Anlaufstelle für Wanderer. Vom Aussichtsturm bietet sich ein Rundumblick auf Vogesen, Schwarzwald, Schwäbische Alb und bis zu den Alpen. In der Schwarzwälder Gaststube mit Kachelofen und Holzambiente servieren Emil und Monique regionale Küche der Saison. Monique fertigt zudem handgemachte Keramik, die vor Ort in einem kleinen Laden zu sehen ist. Wer den Steig in zwei Etappen gehen möchte, kann in einem der sieben Doppelzimmer übernachten. Weitere Informationen gibt es unter www.turmhuette.de.
Am Feldberg gibt es neue Hochschwarzwälder Hüttennachmittage. Am 18. Juni 2026 lädt der Raimartihof, am 25. Juni die Menzenschwander Hütte und am 2. Juli die Todtnauer Hütte zu Musik und geselliger Zeit auf dem Berg ein. Die Hüttenwirte geben dabei Einblicke in ihr Leben, die Arbeit in den Höhenlagen des Feldbergs sowie in Geschichte und Philosophie der Gasthäuser. Die Hütten bleiben wie gewohnt für Gäste, Wanderer und Radfahrer geöffnet. Für weniger mobile Menschen wird ein Bustransfer mit dem Hütten-Express angeboten. Die Abfahrten sind jeweils um 13:45 Uhr am Bahnhof Hinterzarten, um 14 Uhr am Bahnhof Titisee und um 14:15 Uhr am Bahnhof Feldberg-Bärental. Die Rückfahrt von der jeweiligen Hütte erfolgt gegen 17:30 Uhr. Die Plätze sind auf 40 Personen begrenzt. Der Preis für Fahrt und Hüttennachmittag inklusive Livemusik liegt bei 26 Euro. Speisen und Getränke sind nicht enthalten. Eine Anmeldung ist spätestens eine Woche vor der Veranstaltung unter www.hochschwarzwald.de/huetten erforderlich.
Auch in Baiersbronn werden Wanderhütten für weniger mobile Menschen erreichbar gemacht. Seit 2015 schließen der Baiersbronner Hüttenbus und der Gemeindebus Lücken im öffentlichen Nahverkehr. Fünf Linien umfasst der aktuelle Fahrplan. Bis zu 20 Fahrgäste finden Platz, der barrierefreie Zustieg ermöglicht eine komfortable Nutzung. Die Hüttenbus-Linien 25a, 25b und 25c fahren von Mai bis Oktober regelmäßig verschiedene Wanderhütten und touristische Ziele an. Dazu zählen die im Mai wiedereröffnete Glasmännle Hütte auf dem Stöckerkopf, die Wanderhütte Sattelei des Hotels Bareiss, die Blockhütte des Hotels Traube Tonbach sowie die Panorama-Hütte, die zu Sackmanns Genusshotel gehört. Ergänzt wird der Hüttenbus durch die Linien 24a und 24b, die als Gemeindebusse verschiedene Ortsteile innerhalb Baiersbronns miteinander verbinden. Weitere Informationen gibt es unter www.baiersbronn.de.