Sanierung der Brunnen im Alten Friedhof bleibt vorerst offen
Der Zustand der beiden Brunnen im Alten Friedhof beschäftigt weiterhin Politik, Verwaltung und engagierte Bürger. Stadtrat Dr. Wolf-Dieter Winkler hatte sich im Januar mit einer Anfrage an Oberbürgermeister Martin Horn gewandt und dabei das Anliegen der „Gesellschaft der Freunde des Alten Friedhofs“ aufgegriffen. Ziel war es, Klarheit über den Sanierungsbedarf und die möglichen Kosten der seit mehreren Jahren außer Betrieb befindlichen Brunnen zu erhalten.
In seinem Schreiben machte Winkler deutlich, dass die stillgelegten Brunnen seit rund fünf Jahren einen aus seiner Sicht unwürdigen Anblick böten. Der Alte Friedhof sei eine bedeutende grüne Oase und ein wichtiges Kultur- und Naturdenkmal mit hoher Aufenthaltsqualität für die Bürger in Neuburg, Herdern und darüber hinaus. Umso bedauerlicher sei es, dass ausgerechnet die Brunnen, die früher ein prägendes Element der Anlage gewesen seien, trockenlägen und sichtbar verfallen. Winkler verwies zudem darauf, dass wasserführende Brunnen gerade vor dem Hintergrund zunehmender Hitzeperioden einen wichtigen Beitrag zum Stadtklima leisten könnten.
Er erkundigte sich daher, ob ein Sanierungsgutachten für die Brunnen existiere und der Gesellschaft zur Verfügung gestellt werden könne und welche Kosten für eine Instandsetzung zu erwarten seien. Außerdem regte er an, eine belastbare Kostenschätzung zu erstellen, um über zeitliche Abläufe entscheiden und gegebenenfalls auch Spenden einwerben zu können.
In der Antwort des Bürgermeisteramtes wird deutlich, dass eine kurzfristige Lösung nicht in Sicht ist. Zwar habe es wiederholt Gespräche mit der „Gesellschaft der Freunde des Alten Friedhofs“ gegeben, auch eine provisorische Inbetriebnahme oder eine Instandsetzung mit einfachen Mitteln sei geprüft worden, diese Optionen hätten jedoch aus technischen Gründen verworfen werden müssen. Ein umfassendes Sanierungsgutachten liege der Stadt nicht vor. Vor einigen Jahren sei lediglich eine Betrachtung einzelner notwendiger Steinmetzarbeiten erstellt worden, die jedoch nur einen kleinen Teil der erforderlichen Maßnahmen abdecke.
Auch zu den Kosten könne derzeit keine verlässliche Aussage getroffen werden. Aufgrund fehlender Grundlagenermittlungen lasse sich der finanzielle Aufwand nur sehr grob einschätzen. Nach Einschätzung der Verwaltung sei jedoch davon auszugehen, dass eine Sanierung mindestens einen sechsstelligen Betrag erfordern würde. Hinzu kämen erhebliche Unsicherheiten, etwa durch unbekannte Leitungsverläufe im Untergrund, die starke Durchwurzelung des Areals durch alten Baumbestand sowie die Anforderungen des Denkmalschutzes. Diese Faktoren machten sowohl die Kosten- als auch die Terminplanung schwer kalkulierbar.
Erschwerend komme hinzu, dass die personellen Kapazitäten in den zuständigen Fachämtern derzeit sehr begrenzt seien. Eine belastbare Kostenschätzung könne nur durch die Beauftragung eines externen Fachbüros erarbeitet werden, was wiederum zusätzliche Mittel erfordere. Bürgermeister Haag betonte, dass er den Alten Friedhof ebenfalls als einen besonderen Ort in Freiburg schätze, bedauerte jedoch, dem Stadtrat und den engagierten Bürgern aktuell keine verlässliche Perspektive für eine Sanierung der Brunnen in Aussicht stellen zu können.