50 Dolmetscher für den medizinischen Einsatz qualifiziert
Freiburg und das DRK haben erstmals eine Schulung für medizinisches Dolmetschen abgeschlossen. Die Absolventen sollen Sprachbarrieren in Praxen und Kliniken abbauen.
Freiburg hat erstmals 50 Dolmetscher für den Einsatz im medizinischen Bereich qualifiziert. Die Stadt Freiburg und der Kreisverband Freiburg des Deutschen Roten Kreuzes wollen damit den Zugang zum Gesundheitssystem für Menschen mit geringen Deutschkenntnissen erleichtern.
Das Projekt mit dem Titel „Dolmetschen im medizinischen Bereich“ wurde vom Land Baden-Württemberg gefördert. Nach Angaben der Stadt ist es das erste dieser Art in Stadt und Land. Die Schulung begann im April 2025 und wurde nun abgeschlossen. Bei der Übergabe der Zertifikate richtete Sozialminister Manne Lucha ein digitales Grußwort an die Teilnehmenden.
Insgesamt gab es drei Durchläufe mit jeweils elf Terminen. Pro Durchgang kamen die Teilnehmenden auf 40 Stunden. Geschult wurde in Räumen der Stadt im Konferenzzentrum im Rathaus im Stühlinger sowie beim DRK in der Flurstraße. Einzelne Termine fanden online statt.
Die 50 Dolmetscher wurden auf fachlich anspruchsvolle Situationen in Arztpraxen, Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen vorbereitet. Nach Angaben der Projektpartner ist damit ein spezialisiertes Netzwerk entstanden, auf das medizinische Einrichtungen bei Bedarf zentral zugreifen können.
Die Absolventen stehen in insgesamt 30 Sprachen zur Verfügung. Besonders stark vertreten waren Russisch, Ukrainisch, Türkisch, Französisch und Arabisch. Darüber hinaus wurden unter anderem Bulgarisch, Portugiesisch, Montenegrinisch, Kroatisch, Bosnisch, Spanisch, Serbisch, Polnisch, Mazedonisch, Litauisch, Ungarisch und Georgisch abgedeckt. Auch Sprachen aus Asien und Afrika sowie kurdische Dialektgruppen sind vertreten.
Stadt und DRK wollen die Erfahrungen aus der ersten Schulung für weitere Maßnahmen nutzen. Eine Anschlussförderung durch das Land wurde bereits bewilligt. Für die 50 Absolventen sind zudem vertiefende Schulungen geplant, unter anderem in den Bereichen Aidshilfe, Gynäkologie und Hospiz. Außerdem haben sich 16 weitere Interessierte für einen neuen Durchlauf gemeldet.
Mit dem Projekt verfolgen Stadt und DRK nach eigenen Angaben zwei Ziele: einen barrierefreien Zugang zur medizinischen Versorgung und eine stärkere interkulturelle Öffnung des Gesundheitssystems.