Bluthochdruck früh erkennen und gezielt behandeln

[FREIBURG]

Bluthochdruck gehört zu den häufigsten Ursachen für Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschäden und Gefäßerkrankungen. Viele Betroffene bemerken lange nichts davon. Zum Welt-Hypertonie-Tag am Sonntag, 17. Mai, informiert das Universitätsklinikum Freiburg deshalb über Warnzeichen, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten.

Am Campus Bad Krozingen bietet die Klinik für Kardiologie und Angiologie eine spezialisierte Versorgung im zertifizierten Hypertonie-Zentrum an. Dort werden Patienten betreut, deren Blutdruck schwer einstellbar ist oder bei denen eine besondere Ursache vermutet wird.

„Bluthochdruck ist gut behandelbar, wenn er rechtzeitig erkannt und individuell therapiert wird“, sagt Dr. Elias Noory, Leiter des Hypertonie-Zentrums der Klinik für Kardiologie und Angiologie des Universitätsklinikums Freiburg. „Besonders wichtig ist eine spezialisierte Abklärung, wenn der Blutdruck trotz Medikamenten dauerhaft erhöht bleibt.“

Bei Bluthochdruck drückt das Blut dauerhaft zu stark gegen die Gefäßwände. Das belastet Herz, Gehirn, Nieren und Blutgefäße. Da sich Bluthochdruck häufig ohne erkennbare Symptome entwickelt, ist es wichtig, die eigenen Blutdruckwerte zu kennen und regelmäßig zu kontrollieren.

Beschwerden wie Schwindel, Atemnot, Kopfschmerzen oder innere Unruhe treten oft erst bei sehr hohen Werten auf. Viele Menschen bemerken erhöhte Werte daher spät. Regelmäßige Messungen zu Hause oder in der Arztpraxis können helfen, Bluthochdruck früh zu erkennen und Folgeschäden zu vermeiden.

Seit 2022 ist die Hochdruckambulanz der Klinik für Kardiologie und Angiologie des Universitätsklinikums Freiburg unter Leitung von Dr. Noory als Hypertonie-Zentrum zertifiziert. Sie ist damit eines von zwei zertifizierten Zentren in Südbaden. Die Zertifizierung bestätigt nach Angaben des Universitätsklinikums eine strukturierte Diagnostik, Erfahrung mit komplexen Verläufen und eine Behandlung nach aktuellen fachlichen Standards.

Im Hypertonie-Zentrum prüfen Ärzte, ob Erkrankungen der Nieren, Hormone, Gefäße oder andere Faktoren den Bluthochdruck verursachen. Außerdem werden Medikamente angepasst und Begleiterkrankungen wie Diabetes, Herzschwäche oder Nierenerkrankungen berücksichtigt.

Wenn der Blutdruck trotz mehrerer Medikamente dauerhaft erhöht bleibt, kann eine sogenannte renale Denervation infrage kommen. Bei diesem Verfahren führen Ärzte einen dünnen Katheter bis zu den Nierenarterien. Dort werden gezielt Nervenfasern stillgelegt, die an einem Anstieg des Blutdrucks beteiligt sind. Dadurch sinkt der Blutdruck.

Ein zentraler Teil der Behandlung bleibt der Lebensstil. Regelmäßige Bewegung, weniger Salz, ein gesundes Körpergewicht, der Verzicht auf Nikotin und ein maßvoller Umgang mit Alkohol können den Blutdruck senken. Auch guter Schlaf und weniger Dauerstress helfen vielen Patienten.

„Viele PatientInnen können ihre Werte bereits durch kleine, dauerhafte Veränderungen verbessern“, sagt Noory. „Entscheidend ist, dass die Maßnahmen zum Alltag passen und regelmäßig überprüft werden.“

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